SEKTEN Wissen schützt!

Achtung: diese Webseite stammt nicht vom Österreichischen Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie und wird auch nicht vom Ministerium genehmigt oder unterstützt. Die Original-Broschüre ist jedoch ein amtliches Werk und als solches ohne urheberrechtlichen Schutz. Diese Webseite wurde privat erstellt aus einem Scan der damaligen Broschüre (als PDF-Datei hier (Doppelseiten) und hier (Einzelseiten)), dessen Verteilung nach 2001 eingestellt wurde. Der Text gibt den damaligen Stand wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt - so hat z.B. nun Dr. Martin Bartenstein (Stand September 2007) ein anderes Amt.

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Inhaber dieser Webseite: Tilman Hausherr

"Um diese Broschüre beneiden wir euch Österreicher!"
Pfarrer Thomas Gandow, Sektenbeauftragter


SEKTEN
Wissen schützt!

2., überarbeitete Auflage 1999
Information des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie in Wahrnehmung der in seinem Wirkungsbereich gemäß Abschnitt K des Teiles 2 der Anlage zu § 2 (insbesondere Z 3, Z 7d u. f und Z 11) des BMG 1986 idF BGBL 21/1997 liegenden Angelegenheiten.

Wissen schützt!

Vor Ihnen liegt die zweite überarbeitete Auflage der Broschüre "Sekten-Wissen schützt". Die Nachfrage nach dieser 1996 erstmals erschienenen Broschüre – es wurden über 300.000 Exemplare verteilt – hat gezeigt, wie groß der Informationsbedarf in der Bevölkerung zur Thematik "Sekten" ist. Es bekräftigt die Tätigkeit des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie, wenn der Oberste Gerichtshof in einem Urteil die Information über "Sekten" oder andere konfliktträchtige religiöse bzw. weltanschauliche Gruppierungen als öffentliche Aufgabe bestätigt.

Seit 1996 wurden unzählige Diskussionsveranstaltungen und Seminare durchgeführt. Einzelne Bundesländer haben eigene Landesstellen für Sektenfragen eingerichtet. Auch Familienberatungsstellen haben sich – auf Initiative des Ministeriums – vermehrt mit familiären Problemen durch den "Sektenbeitritt" eines Angehörigen beschäftigt.

Um den Anspruch nach Information seitens der Bevölkerung, aber auch von Behörden, nachkommen zu können und dabei eine objektive und sachliche Aufarbeitung sicherzustellen, wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie im Jahr 1998 die "Bundesstelle für Sektenfragen" per Bundesgesetz eingerichtet.

"Wissen schützt!" In emotionalen und psychischen Krisen bietet Wissen allein jedoch wenig Schutz. Hier bedarf es auch eines Beziehungsnetzes. Die Familie kann ein solches sein. Deshalb sind alle Maßnahmen zur Stärkung der Familie auch ein Schutz gegen den Einfluss mancher Gruppierungen
Als Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie hoffe ich, dass ihnen diese Broschüre bei der Beurteilung von Gruppierungen hilfreich ist. Scheuen Sie sich nicht, Rat und Hilfe von Informations- und Beratungsstellen anzunehmen.

Dr. Martin Bartenstein          /Unterschrift/


Dr. Martin Bartenstein

Hintergrund und rechtliche Situation

Sinn-Suche und Religiosität

Was ist der Sinn des Lebens? Das ist eine Frage, die vielleicht banal klingen mag, die aber jeden Menschen in irgendeiner Form beschäftigt. In unterschiedlichen Lebensphasen, mit unterschiedlicher Intensität und mit unterschiedlichen Resultaten. Allgemein verbindliche Antworten gibt es darauf nicht, wohl aber viele Angebote. Während die einen zum Beispiel von Wissenschaft und Technologie Antworten auf diese Fragen erwarten, liefert für andere wiederum die Religion Hilfe und Orientierung.

An »irgendetwas Höheres« glauben viele, ohne es jedoch klar definieren zu können. Entgegen der in den letzten Jahrzehnten vielfach geäußerten Ansicht, dass Religion mit dem wachsenden Fortschritt nach und nach verschwinden würde, orten Experten heute ein wachsendes Bedürfnis nach Sinngebung und Orientierung durch Religion. Gleichzeitig stehen wir vor der Entwicklung, dass sich traditionelle gesellschaftliche und religiöse Bindungen aufgelockert und aufgelöst haben. Neue Wahlmöglichkeiten stehen nicht nur im Fernsehen am Programm.

Eine Vielfalt privater Lebensentwürfe gehört heute ebenso zur Realität wie eine Vielzahl religiöser, spiritueller und weltanschaulicher Sinn- und Heilsangebote. Das ist kein Wunder: Denn gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels tauchen verstärkt Ängste und Unsicherheiten, Frustration und Unzufriedenheit und in der Folge vor allem das Bedürfnis nach innerer Orientierung und Ordnung auf.

Was zunächst keinen Grund zur Besorgnis darstellt: Welchen höheren Sinn man seinem Leben gibt oder geben will, ist und bleibt im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Privatsache. Das garantieren auch die staatsbürgerlichen Grundrechte. Allerdings: Jedes Angebot im neuen »Supermarkt der Religiosität« sollte auf die Wahrung der persönlichen Freiheit des Einzelnen geprüft werden, selbst wenn die Grundrechte der Meinungs- und Religionsfreiheit lautstark in Anspruch genommen werden. Falls das nicht der Fall sein sollte, kann dies Konsequenzen haben. Für die Gesellschaft wie für den Einzelnen. Die Gefahr von psychischer Abhängigkeit oder Beschneidung der eigenen Freiheit kann man für sich nie ausschließen. Freiheit und Selbständigkeit sind Güter, die niemand leichtfertig aufgeben sollte.

Deshalb ist es wichtig, über die Hintergründe dieser neuen Sinn-Anbieter Bescheid zu wissen. Zu wissen, welche Ziele eine derartige Gruppe wirklich verfolgt, wie ihr Sinn- oder Heilsangebot tatsächlich aussieht, welche Methoden sie bei der Bindung ihrer Mitglieder verfolgt und welche Konsequenzen eine Mitgliedschaft daher haben könnte. Wie in jedem Bereich, in dem man aus einem bestimmten Angebot auswählen kann, ist Kritikfähigkeit wichtig. Nur wer prüft und hinterfragt kann sicherstellen, auch das zu erhalten, was er wirklich will.

Was ist eine »Sekte«?

Viele religiöse und pseudo-religiöse Gruppen, Psychokulte oder Guru-Bewegungen werden heute umgangssprachlich als »Sekte« bezeichnet. Dass sich derartige Gruppen über die Kennzeichnung mit diesem Begriff nicht gerade freuen, ist klar. Dies widerspricht ja dem positiven Selbstbild, das sie über sich verbreiten wollen. Dass sie ihn daher selbst nicht zur Charakterisierung ihrer Gruppe oder Organisation verwenden, überrascht ebenfalls niemanden. Wodurch lassen sich dann aber diese Gruppen und Organisationen charakterisieren?

In der Fachliteratur werden »Sekten« durch folgende Merkmale definiert, die vor allem dann relevant sind, wenn mehrere von ihnen zusammentreffen:

Nicht übersehen sollte man in diesem Zusammenhang freilich, dass heute mit dem Begriff »Sekte« oft vollkommen unterschiedliche Gruppen als mehr oder minder gleich »konfliktträchtig« qualifiziert werden. Dieses Pauschalurteil ist – wie jedes Pauschalurteil – natürlich unzutreffend, eine differenzierte Betrachtungsweise ist notwendig. Deswegen spricht man auch immer häufiger von »Weltanschauungsgruppen«.

Welcher rechtliche Rahmen für die Religionsausübung und Religionsgemeinschaften besteht

INDIVIDUELLE RELIGIONSFREIHEIT

Die staatliche Rechtsordnung hat die individuelle Religionsfreiheit in einer Vielzahl von meist im Verfassungsrang stehenden Gesetzen und internationalen Verträgen festgelegt. Als Wichtigste sind das Staatsgrundgesetz vom 21. 12. 1867, der Staatsvertrag von Saint Germain vom 10. 9. 1919 und die Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. 11. 1950 zu erwähnen. Demnach ist die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit jedermann gewährleistet. Unterschiede in der Religion, im Glauben oder im Bekenntnis dürfen keine Einschränkungen der bürgerlichen und politischen Rechte eines Staatsbürgers begründen. Wiewohl auch festgehalten ist, dass den staatsbürgerlichen Pflichten durch das Religionsbekenntnis kein Abbruch geschehen darf, sodass natürlich auch die allgemeinen staatlichen Gesetze im Rahmen der Religionsausübung eingehalten werden müssen. Eine Beschränkung der Religions- und Bekenntnisfreiheit durch staatliche Gesetze ist nur insoweit zulässig, als sie in einer demokratischen Gesellschaft notwendige Maßnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung, Gesundheit und Moral oder für den Schutz der Rechte und Freiheiten anderer darstellen. Damit garantiert das österreichische Bundesverfassungsrecht allen Bewohnern des Staatsgebietes die Freiheit von Glaube, Gewissen und Weltanschauung vor staatlichem Zugriff in bestimmten Grenzen und räumt jedermann den Schutz seiner Rechte gegenüber dem Staat ein.

ÖFFENTLICHE RELIGIONSAUSÜBUNG

Neben dieser individuellen Religionsfreiheit ist in der österreichischen Rechtsordnung auch die gemeinschaftliche Religionsausübung geregelt und gewährleistet. So begründet Artikel 15 des Staatsgrundgesetzes das Recht der gemeinsamen öffentlichen Religionsausübung für jede gesetzlich anerkannte Kirche und Religionsgemeinschaft. Ein allgemeines Recht zur öffentlichen Ausübung jeder Art von Glauben ist im Staatsvertrag von Saint Germain festgehalten, sofern dieser nicht mit der öffentlichen Ordnung oder den guten Sitten unvereinbar ist. Schließlich ist auch in der Menschenrechtskonvention das Recht des Einzelnen auf öffentliche Religionsausübung einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen verankert.

ORGANISATIONSFORMEN

Viele religiöse und weltanschauliche Gruppen sind nur auf informeller Basis – ohne rechtlich-formelle Organisation – gebildet. Neben der Religionsfreiheit wird im staatlichen Verfassungsrecht auch die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit gewährleistet. Es kommt daher in der Praxis regelmäßig vor, dass religiöse oder weltanschauliche Gruppen sich in Unterstützungs- und Wohltätigkeitsvereinen nach dem Vereinsgesetz organisieren. Dieses Gesetz findet zwar, wie darin ausdrücklich festgelegt, auf geistliche Orden, Kongregationen und Religionsgesellschaften keine Anwendung – sie sind nach den für sie bestehenden Gesetzen und Vorschriften zu beurteilen. Die Praxis der Vereinsbehörden geht aber seit vielen Jahren dahin, Vereine mit religiösem Teilzweck als zulässig zu erachten, wodurch diesen damit die Möglichkeit der rechtlichen Organisation gewährt wird.

BEKENNTNISGEMEINSCHAFTEN

Seit dem 10. 1. 1998 können Anhänger einer bisher nicht gesetzlich anerkannten Religion sich zu einer »staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft « zusammenschließen und in einem Verfahren, das dem Vereinsrecht sehr ähnlich ist, Rechtspersönlichkeit erlangen. Dazu müssen mindestens 300 Personen mit Wohnsitz in Österreich, die noch keiner anderen Kirche, Religions- oder Bekenntnisgemeinschaft angehören dürfen, sich zu dieser Gemeinschaft bekennen und durch ihre Vertreter einen entsprechenden Antrag beim Bundesminister für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten einbringen. Die Gemeinschaft muß ihre Statuten vorlegen und darin ihre Lehre und innere Organisation erklären sowie darlegen, wie die wirtschaftlichen Mittel aufgebracht werden. Wenn die Behörde findet, dass durch die Lehre oder Praxis der Gemeinschaft wesentliche öffentliche Interessen verletzt werden oder die Rechte und Freiheiten anderer Bürger gefährdet sind, ist der Erwerb der Rechtspersönlichkeit zu untersagen, wobei hier eine Frist von 6 Monaten eingeräumt ist.

Erfolgt keine Versagung, wird die Bekenntnisgemeinschaft registriert und wird damit, wie ein Verein, Träger von Rechten und Pflichten. Beim Kultusamt im Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten wird ein Register über die religiösen Bekenntnisgemeinschaften mit Rechtspersönlichkeit geführt, aus dem jedermann Auskunft über aktuelle Anschrift und vertretungsbefugte Mitglieder erhalten kann.

Folgende religiöse Bekenntnisgemeinschaften haben bisher Rechtspersönlichkeit erworben (Stand : August 1999):

• Baha' i Religionsgemeinschaft Österreich
• Bund der Baptistengemeinden in Österreich
• Bund evangelikaler Gemeinden in Österreich
• Christengemeinschaft – Bewegung für religiöse Erneuerung – in Österreich
• Freie Christengemeinde/ Pfingstgemeinde
• Hinduistische Religionsgesellschaft in Österreich
• Jehovas Zeugen
• Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten
• Koptisch-orthodoxe Kirche in Österreich

Die Rechtspersönlichkeit als religiöse Bekenntnisgemeinschaft bedeutet keine gesetzliche Anerkennung als Kirche oder Religionsgesellschaft. Mit der Rechtspersönlichkeit sind keine besonderen Rechte verbunden.

GESETZLICHE ANERKENNUNG

Die auf Basis des Anerkennungsgesetzes staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sind schließlich sogenannte öffentlich-rechtliche Körperschaften, deren Tätigkeit als im öffentlichen Interesse stehend angesehen wird. Diesen kommt neben dem Recht der gemeinsamen öffentlichen Religionsausübung und der freien Regelung der inneren Angelegenheiten insbesondere auch der Schutz ihres Zweckvermögens zu. Sie können sich auch unmittelbarauf die im Religionsunterrichtsgesetz und Privatschulgesetz eingeräumten Rechte – vor allem auf staatlich geförderten Religionsunterricht – stützen. Für diese Körperschaften bestehen auch Vorteile im Steuerrecht, sodass sie nur dort steuerpflichtig sind, wo sie mit Wirtschaftsunternehmen allgemeiner Art in Konkurrenz treten können. Gerade diese Vorteile sind es, die naturgemäß auch anderen Gruppen eine Anerkennung als gesetzlich anerkannte Kirche oder Religionsgemeinschaft erstrebenswert erscheinen lassen. Eine Vereinigung, die nach dem Anerkennungsgesetz den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft erhalten will, muss auf der Basis dieses Gesetzes (letzte Änderung 1998) verschiedene Kriterien erfüllen:

• Bestand als Religionsgemeinschaft durch mindestens 20 Jahre, davon mindestens 10 Jahre als religiöse Bekenntnisgemeinschaft mit Rechtspersönlichkeit;
• eine Zahl von Angehörigen, die mindestens 2/1000 der Bevölkerung Österreichs nach der letzten Volkszählung erreichen muss;
• die Verwendung der Einnahmen und des Vermögens für religiöse Zwecke;
• eine positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat;
• keine gesetzwidrige Störung des Verhältnisses zu bestehenden Kirchen und Religionsgemeinschaften;
• eine definierte Glaubensquelle oder Lehre, die sich von bisher anerkannten Gruppen unterscheiden muss;
• eindeutige innere Regeln, eine »Verfassung«, die nichts Gesetzwidriges oder »sittlich Anstößiges beinhalten darf;
• die wirtschaftliche und personelle Fähigkeit, wenigstens eine Kultusgemeinde zu errichten und zu erhalten.


Heute sind zwölf Kirchen und Religionsgemeinschaften anerkannt
(Stand: August 1999):

• Altkatholische Kirche
• Armenisch-apostolische Kirche in Österreich
• Evangelische Kirche (A. und H.B.)
• Griechisch-orientalische Kirche
• Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
• Israelitische Religionsgesellschaft
• Katholische Kirche
• Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
• Methodistenkirche in Österreich
• Neuapostolische Kirche in Österreich
• Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft
• Syrisch-orthodoxe Kirche in Österreich

Bundesstelle für Sektenfragen

Mit dem »Bundesgesetz über die Einrichtung einer Dokumentations- und Informationsstelle für Sektenfragen«, BGBl. Nr. 150/ 1998, wurde die Bundesstelle für Sektenfragen per 1. September 1998 als selbstständige Anstalt öffentlichen Rechts eingerichtet.

Aufgabe der Bundesstelle ist die Dokumentation und Information über Gefährdungen, die von »Sekten« oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können, sofern für deren Vorliegen ein begründeter Verdacht besteht und diese Gefährdungen bestimmte besonders schutzwürdige Güter oder Interessen betreffen.

In diesem Rahmen ist die Bundesstelle berechtigt Informationen zu sammeln, auszuwerten und weiterzugeben, Betroffene zu beraten, mit in- und ausländischen Stellen zusammenzuarbeiten und Forschungsprojekte zu entwickeln, zu koordinieren und zu leiten. Die für diese Arbeit erforderlichen Daten werden aus öffentlich zugänglichen Quellen oder aus freiwilligen Mitteilungen erhoben.

Bei der Wahrnehmung ihrer Arbeit wird besonders auf die Grundfreiheiten und Menschenrechte einschließlich der Glaubens-, Religions- und Gewissensfreiheit geachtet. Weiters wird auf die strenge Einhaltung des Datenschutzgesetzes großer Wert gelegt. Die Verpflichtung zu Sachlichkeit, Objektivität und wahrheitsgetreuer Information ist grundlegender Bestandteil ihrer Tätigkeit. Die Bundesstelle für Sektenfragen ist eine konfessionell unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Sie unterliegt den im Rahmen des Bundesgesetzes vorgesehenen Aufsichtsrechten durch den Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie.

Nicht zuletzt wurde mit der Einrichtung dieser selbstständigen Dokumentations- und Informationsstelle dem Wunsch vieler BürgerInnen nach Information und Beratung entsprochen.

Methoden und Praktiken

Wer sich angesprochen fühlen kann

Verfolgt man Diskussionen über »Sekten«, dann hört man oft Aussprüche wie: »Darauf würde ich nie reinfallen« oder »Mir kann sowas ohnehin nicht passieren.« Weit verbreitet ist zudem die Ansicht, dass nur »schwache« oder »labile« Menschen gefährdet sein könnten.

Beide Vorstellungen entsprechen nicht der Realität. Denn wie die Wirklichkeit immer wieder zeigt, ist prinzipiell jeder von »Sekten« oder sektenähnlichen Gruppen ansprechbar. Vor allem idealistische und ihr Leben reflektierende Menschen interessieren sich oftmals für neue Sinn-Anbieter.

Experten halten fest, dass generell Menschen, die vor wichtigen Lebensentscheidungen stehen, potentielle Adressaten dieser Gruppierungen sind. Personen, die über eine gefestigte Lebenseinstellung verfügen, sind im Gegenzug weniger »anfällig«. Junge Menschen gelten deshalb als gefährdet, weil sie in den Jahren der Pubertät und der Adoleszenz wichtige Weichen für ihr Leben stellen müssen (sh. Abschnitt »Spezialfall Jugendliche«). Von den neuen Sinn-Anbietern fasziniert können Menschen unterschiedlicher Altersgruppen sein: Erwachsene etwa, die hohen Anforderungen in Beruf und Privatleben ausgesetzt sind oder Menschen, die gesellschaftliche Gefahren wie Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch, Umweltzerstörung oder Gewalt nicht tatenlos hinnehmen wollen. In derartigen Situationen sind auch Erwachsene zunehmend bereit, die Lösung dieser Probleme bei den »Programmen« der neuen Heilslehren zu suchen. Fast jeder Mensch ist einmal mit dem Werbeangebot einer derartigen Gruppierung konfrontiert. Ob und in welcher Form er diese Angebote wahrnimmt bzw. beitritt, hängt von verschiedenen persönlichen und externen Umständen ab.

Das können z.B. folgende Faktoren sein:

• das Gefühl der Einsamkeit und das Bedürfnis nach Freunden oder einer Gruppe, zu der man dazugehören kann;
• Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben und das Gefühl, unbefriedigt zu sein;
• das Leiden unter Misserfolgen in Schule oder Beruf;
• ein starker Leistungsdruck, den man auf Dauer nicht mehr auszuhalten glaubt;
• das Gefühl, dass eigene Leistungen nicht anerkannt werden;
• der Wunsch nach (mehr) Zuwendung und Geborgenheit;
• Enttäuschung durch eine zerbrochene Bindung im privaten Bereich;
• das Problem, als Jugendlicher Schwierigkeiten mit der Ablösung von den Eltern zu haben;
• der Wunsch nach einer neuen Elternfigur oder Bezugsperson;
• die Angst davor, Verantwortung zu übernehmen, die zum Wunsch führt, diese Verantwortung auf eine Gruppe zu übertragen;
• das Bedürfnis nach dem echten, tiefen Sinn des eigenen Lebens;
• die Sehnsucht nach spirituellen Erlebnissen, die die Oberflächlichkeit der Realität übersteigen;
• der Wunsch nach möglichst perfekten Antworten auf persönliche und gesellschaftliche Probleme;
• das Bedürfnis nach einer geistlichen Führung und nach Autorität;
• die Enttäuschung über die heutige Gesellschaft, über ihren Materialismus und Egoismus;
• die Angst vor der Zukunft, die verhindert, dass man sein Leben eigenständig in die Hand nimmt;
• das Interesse an psychologischen Fragen und psychologischen Problemlösungen;
• der Wunsch, alternative Lebensmodelle jenseits der übernommenen und als überkommen empfunden Vorstellungen über Leben und Glück zu verfolgen;
• das Interesse daran, sich engagiert für eine bessere Zukunft einzusetzen.

All diese Wünsche, Ziele und Sehnsüchte sind in jedem von uns vorhanden. Vor allem in Zeiten persönlicher Krisen kommen sie verstärkt zum Ausdruck. Wird man dann mit einem entsprechenden neuen Sinn-Angebot konfrontiert, ist das Interesse gegenüber diesem Angebot nicht verwunderlich. Dies natürlich auch unter der Voraussetzung, dass man über die einzelnen Bewegungen nicht oder nur unzureichend informiert ist. Inwieweit in der Folge die Bereitschaft besteht, sich der entsprechenden Gruppe anzuschließen, hängt von weiteren Faktoren ab. Dem weltanschaulichen Hintergrund des Einzelnen bzw. der betreffenden Gruppe kommt dabei entscheidende Bedeutung zu.

Praktiken und Einstellungen

Wie sich der weltanschauliche Hintergrund einer Gruppe in der Praxis äußert, hängt natürlich vom jeweiligen Programm und seiner Umsetzung im Lebensalltag ab. Dabei treten allerdings Praktiken und Einstellungen zu Tage, die immer wieder für Medienberichte und Auseinandersetzungen mit öffentlichen Einrichtungen sorgen. Als Beispiele sind folgende Bereiche zu nennen:

DER WERT DES LEBENS

In Einzelfällen scheint der Wert des Lebens dem Nutzen für die jeweilige Organisation untergeordnet zu sein. Die internen Anweisungen von Scientology enthielten u.a. folgende Passage: «Er [d.h. der Feind] darf seines Eigentums beraubt werden, er darf auf jede Weise durch Scientologen geschädigt werden, ohne Strafverfahren durch Scientologen. Man darf ihm Streiche spielen, ihn betrügen, belügen oder vernichten« (HCO POLICY LETTER, 18. 10. 1967).

Diese Art des »Fair Game« (»Freiwild-Gesetz«) hat zu Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit geführt. Schließlich wurde 1968 der Gebrauch des Wortes »Fair Game« aufgehoben: »Die Praktik, Leute zum Freiwild zu erklären, wird aufhören. Freiwild darf nicht auf irgendeiner Ethik-Order erscheinen. Es verursacht schlechte Beziehungen zur Öffentlichkeit.« (HCO POLICY LETTER, 21. 10. 1968).

Allerdings wurde die tatsächliche Behandlung »unterdrückerischer Persönlichkeiten« auch danach fortgesetzt. Nach Angabe des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg (1998) haben noch 1980 führende Funktionäre von Scientology während eines Gerichtsverfahrens zugegeben, dass das »Freiwild-Gesetz« nie wirklich abgeschafft worden sei. Mehrere hochrangige amerikanische Scientology-Aussteiger, die selber Opfer des »Freiwild-Gesetzes« waren, bezeugten in den 90er Jahren, dass dies bis dahin eine Richtlinie von Scientology geblieben sei (vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern (Hrsg.): Scientology – eine verfassungsfeindliche Bestrebung. Der Verfassungsschutz informiert. München, November 1997. S. 22 ff.).

Äußerst problematische Einstellungen zum Wert des Lebens zeigen die (teilweise erzwungenen) Massen(selbst)morde der »Volkstempel-Sekte« des Jim Jones (Jonestown/ Guyana; 1978), der »Davidianer-Sekte« des David Koresh (Waco/ USA; 1993), der »Sonnentempler« (Cheiry Salvan/ Schweiz; 1994/ 95) oder von »Heaven's Gate« (Florida/ USA; 1997). Durch die Terroranschläge der Gruppe um Aum Shinri Kyo in Tokio/ Japan hat die Gewalteskalation eine neue Dimension erreicht. Dort wurden erstmals in großem Ausmaß tausende völlig Unbeteiligte und Unschuldige verletzt und einige sogar getötet. Die meisten übrigen Gruppierungen lehnen Gewalt ab.

GESUNDHEIT UND KRANKHEIT

Einzelne Gruppierungen vertreten eine grundsätzlich andere Sicht von Gesundheit und Krankheit. Daraus folgt meist eine kritische Einschätzung der Schulmedizin. Obwohl es in Österreich im internationalen Vergleich äußerst strenge medizinische Gesetze gibt, bieten einige Gruppen – ohne entsprechende medizinische Ausbildung – alternative Behandlungsmethoden : Darunter fallen spezielle Meditationsübungen (»Sahaja Yoga«) und zum Teil auch eigene Präparate, für die es keinen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis gibt (»Fiat Lux«). Besonders problematisch kann eine derartige Praxis werden, wenn etwa die wirksame Behandlung Minderjähriger auf diese Weise be- oder sogar verhindert wird: Z.B. sprechen sich die »Zeugen Jehovas« gegen Bluttransfusionen aus, das »Universelle Leben« gegen Organtransplantationen.

SEXUALITÄT UND FAMILIE

Im Bereich der Sexualität finden sich bei einigen Gruppen oft Extremeinstellungen: So wird von einzelnen Gruppen selbst in der Ehe sexuelle Enthaltsamkeit gefordert (»Fiat Lux«, »Brahms Kumaris«), während andere das offene Ausleben von Sexualität propagieren (»Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung«). Im Extremfall führte dies sogar bis zum sexuellen Missbrauch von Kindern (»Kinder Gottes«, »Aktionsanalytische Organisation«). Teilweise existiert auch die Praxis, dass die Organisation die Lebenspartner füreinander aussucht (»Vereinigungsbewegung«) oder zumindest entsprechende Empfehlungen abgibt (»Sahaja Yoga«). In der »Vereinigungsbewegung« bildet das Ehepaar Mun die »Wahre Familie« und wird als Stellvertreter Gottes auf Erden verehrt.

Tiefgreifende familiäre Konflikte treten meist dann auf, wenn sich nur ein Familienmitglied einer derartigen Gruppierung zuwendet. Gelingt die »Bekehrung« der restlichen Mitglieder nicht, kommt es oft zum Bruch zwischen Ehepartnern bzw. Eltern und Kindern. Manchmal wird dieser Bruch von einer Organisation empfohlen (»Scientology«), vielfach wird das gemeinsame Leben für Ehepartner aber durch die neue Situation nahezu unmöglich.

KINDER UND ERZIEHUNG

Die Ausrichtung und Praxis einer »Weltanschauungsgruppe« kann natürlich auch Konsequenzen für die Kinder ihrer Mitglieder haben. Möglichst bald kann in der Folge versucht werden, das Kind in die gewünschte Richtung zu beeinflussen, woraus sehr früh ein problematischer Realitätsbezug werden kann.

Gefördert wird diese Entwicklung inbesondere dann, wenn die entsprechende Gruppierung auch eigene »Schulen« unterhält. »Scientologen« lehren nach der »Technologie« von L. Ron Hubbord (»Scientology«). Angehörige der »Hare-Krishna- Bewegung« lehren Kinder nach den Prinzipien ihrer Organisation.

Auch in Österreich werden Kinder von den Angehörigen einzelner Organisationen im »häuslichen Unterricht« unterrichtet. Die Schüler müssen dabei einmal im Jahr Prüfungen an einer öffentlichen Schule absolvieren. Besuchen Kinder von Mitgliedern eine öffentliche Schule, so können erfahrungsgemäss Konflikte entstehen: etwa im Bereich besonderer Bekleidungsvorschriften für den Turnunterricht (»Palmarianer«) oder wenn Angehörige bestimmter Gruppen sich weigern, »ihre« Kinder an bestimmten Festen oder Feiern teilnehmen zu lassen (»Zeugen Jehovas«).

Äusserst problematisch erscheint der Einfluss derartiger Gruppen natürlich dann, wenn bereits Kleinkinder und Babys stundenlang »meditieren« sollen (»Holosophische Gesellschaft«) oder durch einseitige Ernährung in ihrer Entwicklung gefährdet werden können (»Fiat Lux«).

STAAT UND POLITIK

Während einerseits einzelne rechtliche Bestimmungen ignoriert werden – z.B. Meldepflicht oder Visumbestimmungen (»Die Familie«) -, werden andererseits Staat und Gesellschaft abgelehnt, wenn den Mitgliedern von der Teilnahme an politischen Wahlen abgeraten wird (wird bei den »Zeugen Jehovas« in den Ländern unterschiedlich gehandhabt). Ein anderer Weg ist die Gründung eigener politischer Parteien, um Einfluss auf Staat und Gesellschaft zu nehmen (»Transzendentale Meditation«: »Naturgesetzpartei«).

ARBEIT UND FINANZGEBAREN

Im Normalfall sind die Mitglieder solcher Bewegungen berufstätig. Einige Organisationen unterhalten oder haben auch einen gewissen direkten oder indirekten Einfluss auf Wirtschaftsbetriebe ( »Vereinigungsbewegung«, »Scientology«). Teilweise wird in den Organisationen auf Basis eigener Verträge gearbeitet – oft gegen geringes Entgelt (»Scientology«). Viele Gruppierungen versuchen, Geld in erster Linie durch Spenden zu erhalten. Eine weitere Praxis ist es, Geld durch Kursangebote einzunehmen (»Scientology«, »Landmark Education«), was für die Teilnehmer oft die Zahlung vier-bis fünfstelliger Beträge bedeutet. Auch durch Schenkungen oder Erbschaften kann die finanzielle Situation derartiger Gruft pierungen verbessert werden. Mitglieder werden mitunter auch zum Betteln für die Organisation angehalten, dies allerdings unter einem anderen Titel. Die »Vereinigungsbewegung« bezeichnet dies als »Fundraising«. Die Praxis zeigt aber auch, dass bei einzelnen Organisationen ein Teil der Mitglieder nicht arbeitet und vom Betteln lebt ( »Hare-Krishna-Bewegung«, »Die Familie«).

TRANSPARENZ UND IDENTIFIZIERBARKEIT

Einige Gruppierungen treten öfters unter verschiedenen Bezeichnungen auf (vgl. das Kapitel »Kurzübersicht«). So ist die eigentliche Identität für Aussenstehende sehr schwer festzustellen. Andere Organisationen haben ein Netz von Unterorganisationen gegründet, die unterschiedliche Namen tragen, aber eben doch in einem Naheverhältnis zur Mutterorganisation stehen. Darüber hinaus sind einzelne Organisationen in verschiedene Zweige aufgespalten, die unterschiedliche Namen tragen. Oft ist es daher notwendig, durch Lexika und Findungshilfen herauszufinden, um welche Gruppierungen und Bewegungen es sich dabei wirklich handelt. Wichtig ist es, sich möglichst umfassend über die entsprechende Organisation zu informieren: Informationen über den Gründer bzw. die Gründung, die Glaubensinhalte, Lebenspraxis, Entwicklungstendenzen, Selbstverständnis der Gruppe oder Erfahrungen von Betroffenen und Mitgliedern geben ein umfassenderes Bild, an dem man sich bei der Beurteilung der jeweiligen Gruppierung orientieren kann.

Wie geworben wird

Hinsichtlich der Methoden, wie »Weltanschauungsgruppen« um neue Mitglieder werben, besteht eine breite Palette von Möglichkeiten. Dass mitunter sehr aufdringlich geworben werden kann, ist bekannt. Verschiedene Gruppen verteilen unter anderem ihre Flugblätter und Zeitschriften (»Scientology«: »Freedom«, »Universelles Leben«: »Das Weisse Pferd«, »Vereinigungsbewegung«: »Familien Perspektiven«) oder versuchen, über Plakate oder Inserate in Zeitungen Kontakte zu Interessierten zu knüpfen. Mitunter werden mit Postwurfsendungen ein Persönlichkeitstest (»Scientology«) oder in Gutscheinheften – neben weltanschaulich neutralen Unternehmen – Bücher angeboten.

Oft ist nicht deutlich, welche Gruppierung hinter derartigen Einladungen steht – ganz zu schweigen von den Zielen, die sie verfolgt. Gerade Organisationen, deren Praxis Gegenstand der kritischen Medienberichterstattung ist, versuchen mit unterschiedlichen Methoden ihr Ansehen zu heben. Ein Mittel dazu ist die Bekanntgabe von Personen des öffentlichen Lebens, die Befürworter der jeweiligen Organisation sind oder mit ihr in Verbindung gebracht werden (»Scientology«, »Sri Chinmoy«). Andere Gruppen sind durch ein eigenes Literatur- oder Musikangebot im allgemeinen Buch- oder CD-Handel präsent. Auch das weltweite Computernetz Internet bietet mittlerweile zahlreiche Andock-Stationen für Sinn-Suchende.

Wie in der Wirtschaft ist das wirksamste Werbemittel der persönliche Kontakt. Vor allem Menschen, die einem bereits vertrauen (Familienmitglieder, Freunde etc.), werden schrittweise interessiert und angeworben. Dass den Betroffenen gerade in diesen Situationen die kritische Distanz fehlt, ist augenscheinlich.

Wie Interessenten und Mitglieder gebunden werden können

Jede Gruppe, egal zu welchem Zweck und mit welchen Mitgliedern, birgt die Möglichkeit einer Veränderung ihrer Mitglieder: Keine Gruppe ist ohne psychische Wirkung. Es gibt jedoch kein allgemein anerkanntes Maß, ab welcher Intensität, Wirkungsweise oder individueller Verhaltensänderung die psychischen Vorgänge in einer Gruppe und ihren Mitgliedern als problematisch oder gar »schädlich« einzustufen sind. Und es ist immer ein Unterschied, ob eine derartige Wirkung von einem Gruppenmitglied oder von einem Außenstehenden beurteilt wird. Entscheidend an Gruppen ist, dass sie über eine bestimmte Bindungskraft verfügen. Wie diese Bindung beschaffen ist, ist freilich eine andere Sache. So sagt das Vorhandensein einer Bindung noch nichts über deren moralische Qualität aus, genausowenig wie ihre Stärke. Bindungen und Prozesse innerhalb einer Gruppe sind zwar komplexe Sachverhalte, sie sind jedoch mit bestimmten Methoden und unter bestimmten Voraussetzungen beeinflussbar. Diesen Umstand machen sich auch »Weltanschauungsgruppen« zu Nutze. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

ELITEBEWUSSTSEIN ERZEUGEN

Ein wichtiger Faktor bei der Gruppenbindung ist vor allem die Erzeugung eines Elitebewusstseins durch die Lehre einer Gruppe. Diese klar normierte und fixierte Lehre soll von jedem Mitglied der Gruppe verinnerlicht werden: Das eigene Denken soll vollkommen auf sie konzentriert werden. Damit verbunden ist die Übernahme eines bestimmten Sprachsystems (bestimmte Begriffe, Argumentationen etc.). Die Lehre einer Gruppe hat die Funktion eines »Rettungs-Rezepts«: Sie (er)klärt die Wirklichkeit zur Gänze und macht damit eigenes Denken praktisch überflüssig. Aktuelle Informationen werden in die Kategorien dieses Erklärungssystems eingeordnet.

Die Konsequenz: Wer sich auf diese Weise an Lehre und Praxis hält, darf sich als »Auserwählter« fühlen – im Gegensatz zu den »Unerleuchteten«, »Verdammten« oder »Nichterwählten«. Die Gruppenmitglieder sehen sich als Besitzer der reinen oder vollen »Wahrheit«. Damit wird eine Überlegenheit Nicht-Mitgliedern gegenüber argumentiert.

BEEINFLUSSUNG UND VEREINNAHMUNG

In Zusammenhang mit »Sekten« fällt in der Medienberichterstattung mitunter der Begriff »Gehirnwäsche«, mit dem auf die Schulung und Indoktrination der Mitglieder angesprochen werden soll. Der Begriff »Gehirnwäsche« bezeichnet allerdings eine offenkundig gewaltsame Methode der Beeinflussung, wie sie bei Kriegsgefangenen oder Regimegegnern von Diktaturen angewendet wurde – und ist damit hier fehl am Platz.

NEUE IDENTITÄT DURCH PSYCHOMANIPULATION

Angewendet werden von einzelnen Gruppen Methoden, die von Experten als »Psychomanipulation« bezeichnet werden. Grob verkürzt können im Rahmen von psychomanipulativen Maßnahmen folgende Veränderungsprozesse zum Tragen kommen:

Aufbrechen: Die angeworbene Person ist/ wird in ihrem bisherigen (religiösen bzw. weltanschaulichen) Bezugssystem und ihrer gesellschaftlichen und beruflichen Orientierung in Frage gestellt und erschüttert. Dabei spielen suggestive Elemente und das Erzeugen bzw. Verstärken von Ängsten eine Rolle. • Verändern: Das so entstandene Vakuum wird durch neue Denk- und Verhaltensweisen und durch neue Emotionen »gefüllt«. Oft suggestiv herbeigeführte Erlebnisse oder auch geplante »Zufälligkeiten« helfen mit, das eigene Selbstverständnis zu ändern. Dabei spielt gruppenpsychologische Beeinflussung eine wichtige Rolle : Menschen verändern sich zum Teil innerhalb kürzester Zeit und bauen gleichsam eine neue »Identität« auf.
Fixieren: Die Veränderung, die neue Orientierung muss in der Folge stabilisiert und gefestigt werden. Ziel ist es, die neuen Überzeugungen und Werte so zu verinnerlichen, dass das Mitglied sie auch außerhalb der Gruppe unerschütterlich vertritt, sie verteidigt und für sie wirbt.

Die Ausprägung dieser Methoden ist von Gruppe zu Gruppe verschieden.

Methoden der Kontrolle

Beim Erlernen und Fixieren der neuen Identität spielt die (Klein-)Gemeinschaft der Gruppierung eine wesentliche Rolle. Diese Gemeinschaft erscheint Interessierten oft insofern sehr positiv, als sie von einem echten Miteinander gekennzeichnet wirkt. Tatsächlich reduziert sich diese »Gemeinschaft« jedoch meist auf eine starke Sozialkontrolle.

Folgende Methoden können dabei zum Einsatz kommen:

VERHALTENSKONTROLLE

Die Lebensordnung wird oft streng normiert. Das bedeutet zum Teil Speise- und Bekleidungsvorschriften (»Fiat Lux«) oder entsprechende Anweisungen für Riten und Meditationen (»Hare-Krishna-Bewegung«). Der individuelle Lebensraum des Menschen kann dadurch immer stärker beschnitten werden. Während systemkonformes Denken und Verhalten belohnt wird, kann »abweichlerisches« Verhalten bestraft werden (»Scientology«). Wer aktiv an seiner Bestrafung teilnimmt, glaubt meist irgendwann selbst, diese Strafen verdient zu haben.

GEDANKENKONTROLLE

Neue Mitglieder übernehmen oft kritiklos und unreflektiert das Lehr- und Sprachsystem. Gehorsam gegenüber Anordnungen von oben ist eine offensichtlich wichtige Lektion, die es zu lernen gilt: »…aber wenn der Guru zürnt, wird dich niemand retten…« (»Swami Muktananda«), »Da Scientology jetzt totale Freiheit bringt, muss sie auch die Macht und die Autorität haben, totale Disziplin zu fordern; ansonsten wird sie nicht überleben.« (»Scientology«). Die inneren Gedanken können die Führer zwar nicht vorschreiben, es liegt jedoch nahe, dass Herz und Verstand im Normalfall dem Verhalten folgen werden.

GEFÜHLSKONTROLLE

Mit der Erzeugung von Schuld- und Angstgefühlen wird versucht, das einzelne Mitglied an die Gruppe zu binden (»Vereinigungsbewegung«). Dafür sind gerade sensible, idealistische Menschen sehr empfänglich. Da Kritik oft als mangelnde Glaubensüberzeugung interpretiert wird, muss der »Schuldige« Wiedergutmachung leisten (z.B. durch noch mehr Arbeit, Meditation, Studium). In einigen Gruppen wird dies noch durch »Rechenschaftsberichte« verstärkt, in denen der Einzelne auch sein alltägliches Fehlverhalten detailliert dokumentieren muss (z.B. das spirituelle Tagebuch bei der »Holosophischen Gesellschaft«). Dadurch wächst der unausgesprochene Druck, »Höchstleistungen« im Sinn der Organisation zu erbringen. Permanente Erschöpfung oder Schuldgefühle können die Folge sein.

INFORMATIONS- UND MILIEUKONTROLLE

Wo Informationsmöglichkeiten reglementiert werden, wird die Möglichkeit zu kritischem und eigenständigem Handeln zum Teil radikal eingeschränkt. Je stärker der Zugang zu Massenmedien (»Fiat Lux«) oder zu Bildung (»Kinder Gottes«, heute »Die Familie«) reduziert wird, desto massiver wird die Bindung an Lehre und Praxis der jeweiligen Organisation. Eine Form der Informationskontrolle ist es, die gesamte Lehre und Praxis den Interessierten nur schrittweise zu vermitteln (»Scientology«). 

Präsentation des Gründers / Führers

Bei manchen sektiererhaften Gruppen kommt der Orientierung auf eine Führungs-Person eine wichtige Rolle zu. Das Bild des Gründers oder Führers wird mit unterschiedlichen Methoden idealisiert, um eine starke emotionale Bindung der Mitglieder zu erreichen. Dabei können folgende Strategien zum Einsatz kommen:

GLORIFIZIERUNG DER BIOGRAPHIE

Die Lebensgeschichte des Gründers bzw. Führers wird durch beeindruckende Fakten »ergänzt«, während andere, weniger beeindruckende Fakten unerwähnt bleiben (»Vereinigungsbewegung«, »Scientology«). Details der Biographie werden so ausgewählt, dass die Person in einem »geschönten« Licht erscheint. Zudem gibt es Führer, die sich mit anerkannten Personen des öffentlichen Lebens fotografieren lassen (»Sri Chinmoy«). Damit soll offensichtlich der Eindruck erweckt werden, die betreffende Person sei ein Befürworter der jeweiligen Gruppierung und deren Bedeutung soll dadurch gestärkt werden.

STILISIERUNG ALS ERLÖSER

Die Lebensgeschichte des Gründers oder Führers wird zum Teil parallel zu einer grossen Persönlichkeit oder zu einem Religionsgründer dargestellt, dessen Wirken vom betreffenden Führer vollendet oder überhöht wurde bzw. wird (»Vereinigungsbewegung«).

IDENTIFIKATIONSMÖGLICHKEIT

Zum Teil wird Mitgliedern einzelner »Weltanschauungsgruppen« die ständige Anwesenheit eines Führers suggeriert. Dies erfolgt durch rituelle Handlungen, »Andachtsbilder« mit dem Portrait der/ des Meisterin/ Meisters (»Sri Chinmoy«, »Sahaja Yoga«), Treueschwüre oder Verpflichtungseide (»Vereinigungsbewegung«). So kann eine emotional starke Bindung zwischen der/ dem Leiterin/ Leiter und dem einzelnen Mitglied der Gruppe erzeugt und ausgebaut werden.

Was Menschen an diesen Gruppen faszinieren kann

Dass Menschen, die einer »Weltanschauungsgruppe« beigetreten sind, darin keine Gefahr, sondern eher eine Befreiung sehen, ist klar: Denn dies war ja der Grund für ihren Anschluss an diese Gruppierung. Niemand tritt freiwillig einer Organisation bei, weil er sich auf die Beschneidung seiner Freiheit und Selbstständigkeit freut. Neue Mitglieder spüren oft ein intensives Glücksgefühl infolge der Beitrittsentscheidung. Man fühlt sich nunmehr auf dem richtigen Weg.

Faszinierend können dabei unterschiedliche Aspekte sein:

»ENDLICH ZUWENDUNG«

Faszinierend ist für viele Menschen die Erfahrung intensiver Zuwendung, die im Fachjargon als »Love-bombing« bezeichnet wird. Man wird mit Aufmerksamkeit und Zuwendung quasi überschüttet. Ein besonderes Erlebnis für jene, die Zuwendung und Liebe zuvor schmerzlich vermisst haben. Jetzt meinen sie, das alles endlich gefunden zu haben. Nun kann man Rationalität und kritisches Denken endlich sein lassen und sich gänzlich der anscheinend so liebevollen Gruppierung anvertrauen.

»ENDLICH GEBRAUCHT WERDEN«

Organisationen suggerieren Interessenten oft, dass genau sie für eine wichtige Rolle zur Veränderung der Welt berufen wären. Durch sein eigenes Engagement, etwa in Form von Meditation oder der Verbreitung des Gedankenguts, könnte man entscheidend zu einer besseren Gesellschaft beitragen. Die oft geforderten Missionsaktivitäten werden von den Mitgliedern in der Folge als Erfüllung oder persönliche Aufwertung erfahren: Sie sind der Ansicht, endlich etwas wirklich Sinnvolles tun zu können. Bestimmte Gruppen versuchen dabei dem Interessierten »nachzuweisen«, was für ein intelligenter, wertvoller und kreativer Mensch er im Grunde doch sei. Besonders überzeugend kann diese Strategie dort wirken, wo mit geheimnisvollen oder pseudowissenschaftlichen Methoden die Schwachstellen des Betreffenden »herausgefunden« werden. Dass der entsprechende »Befund« meist äußerst schwammig und allgemein gehalten formuliert ist, kann der Betroffene in dieser Situation oft nicht unmittelbar erkennen.
»ENDLICH HEIMAT«

»Weltanschauungsgruppen« werden für ihre Mitglieder oft gleichsam zur »Heimat«. Dafür werden auch Trennungen von der eigenen Umgebung bzw. zum Teil auch vom eigenen Kulturkreis auf sich genommen. Trotz des vordergründigen Gemeinschafts-Erlebnisses kann dies zu einer persönlichen Isolation führen, da die Beziehungen nur auf der Ebene der Weltanschauung wirklich bestehen. Einzelne Gruppierungen pflegen auch die Praxis, Mitglieder durch den Gründer bzw. durch die Führung »verheiraten« zu lassen (»Vereinigungsbewegung«, »Sahaja Yoga«). Was für einen freiheitsbewussten Menschen unverständlich ist, ist dadurch zu erklären, dass die Mitglieder ihre Gruppe als die wahre und alle Lebensbereiche umfassende Heimat verstehen.

»ENDLICH GESUNDHEIT«

Verschiedene Organisationen bieten jeweils spezifische Konzepte zur Erhaltung der Gesundheit an, wie z.B. Ernährungsvorschriften. Derartige Heilungs-Angebote weichen mitunter erheblich von der naturwissenschaftlich arbeitenden Schulmedizin ab (»Hat Lux«). Menschen, die unter verschiedenen gesundheitlichen Risken leiden, zu leiden meinen oder davor Angst haben oder an verschiedenen leichten oder schweren Krankheiten laborieren, sind von diesen Angeboten oft fasziniert – und in der Folge von der Echtheit und Gültigkeit des weltanschaulichen Programms einer Gruppe überzeugt (»Fiat Lux«). »Scientology « behauptet beispielsweise, Strahlenschädigungen des Körpers verhindern zu können. Zudem soll eine bestimmte Kombination aus sportlicher Betätigung, Vitaminen, Ernährung und Sauna, bekannt unter der Bezeichnung »Reinigungs-Rundown«, den Körper von Giftstoffen und Drogen befreien und die Grundlage für »langfristige spirituelle Gewinne im Auditing« schaffen. Die Hoffnung in die Heilungs-Praktiken der jeweiligen Gruppe verstellt zumeist den Blick auf die Erfolgschancen dieser Methoden.

»ENDLICH UMFASSENDES WISSEN«

Einzelne Organisationen berufen sich darauf, über höheres Wissen zu verfügen (»Fiat Lux«, »Universelles Leben«, »Vereinigungsbewegung«). Ein Wissen, das von höheren Welten oder Mächten vermittelt gilt und daher auch nicht kritisierbar ist. Mitglieder solcher Gemeinschaften fühlen sich damit (unbewusst) ihrer Umgebung überlegen.

Vor allem in Meditationsgruppen ist Erfahrung von grosser Bedeutung. Das Meditationsangebot ist mitunter dem westlichen Menschen insofern angepasst, als bereits nach einer kurzen Einführung die Einweihung oder gar das Erleuchtungserlebnis folgt (»Sahaja Yoga«). Während das Erleuchtungserlebnis in den östlichen Weltreligionen einen langen Weg voraussetzt, bieten missionarische östliche Bewegungen im Westen oft eine schnell erreichbare Erfahrung (»Instant Erleuchtung«). Im Unterschied zu klassischen Meditationsformen in den Weltreligionen wird von einzelnen Organisationen ein nicht unbedingt hohes Mass an Selbstbeherrschung verlangt, während andere Gruppen hingegen ein oft für den westlichen Alltag erschreckendes Mass an Verzicht fordern.

»ENDLICH SICHERHEIT«

Menschen, die an Zweifeln und an Unsicherheit leiden, fasziniert die Sicherheit, die manche Gruppen versprechen. Auf Vorbehalte wird scheinbar offen und direkt eingegangen, womit der Betroffene sein Misstrauen rasch als unbegründet ansehen kann. Er ist in der Folge glücklich, sich nun ganz dieser Gruft pierung und ihren Zielen anvertrauen zu können. Dazu kommt, dass klare und überschaubare Lebensmodelle als Lösung für die eigene Orientierungslosigkeit gehalten werden. In einer Gruppe, die Geborgenheit, Selbstsicherheit, Zielbewusstsein und Siegessicherheit ausstrahlt, fühlen sich vor allem junge Menschen – und nicht nur diese – rasch wohl. Die Mitglieder lernen dabei auch, zwischen »drinnen« und »draußen« zu unterscheiden. In der Gruppe selbst, so wird suggeriert, sind Heil, Glück und Zukunft daheim, während »draussen« Chaos, Kriminalität, Unheil, Hass, Materialismus oder »böse Eltern« lauern.

Die Gruppe oder der Führer übernimmt auch Entscheidungen für den Einzelnen (»Vereinigungsbewegung«, »Fiat Lux«). Das Mitglied soll zu hohem Einsatz und Opfer bereit sein. Für Aussenstehende wirkt der daraus folgende Gehorsam oft unverständlich, während der Betroffene selbst jedoch diese Situation positiv und anziehend erlebt: Er tut ganz sicher das Richtige (»Vereinigungsbewegung«).

Welche Formen der Zugehörigkeit es gibt

»Weltanschauungsgruppen« verfügen neben ihren eigentlichen Mitgliedern mitunter auch über Sympathisanten. Die Kerngruppe einer Organisation und die Mitglieder leben manchmal in Wohngemeinschaften zusammen. In einigen Fällen besteht auch Gütergemeinschaft. Als Sympathisanten sind hingegen jene Personen zu bezeichnen, die als eine Art Freundeskreis um die Mitglieder gruppiert sind. Aus ihnen werden oftmals auch Mitglieder.

Einzelne Gruppierungen versuchen auch mit Personen für sich zu werben, die selbst meist nicht zur Gruppe gehören : Damit soll ein besseres öffentliches Image dieser Gruppierung erreicht werden. Dieser Effekt hat vor allem dann eine Bedeutung, wenn es sich bei diesen »Freunden und Fürsprechern« um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Künstler oder Politiker handelt.

Kurzübersicht über einzelne in Österreich aktive Organisationen

Allgemeines

In Österreich ist eine Vielzahl von »Weltanschauungsgruppen« oder »neureligiösen« Bewegungen aktiv. Diese Vielzahl der Gruppierungen schlägt sich auch in einer Vielfalt von programmatischen Ausrichtungen und Methoden nieder, wobei es immer wieder zu Modifizierungen und Neuausrichtungen kommen kann. Welche Organisation sich welcher Methoden und Techniken bedient, wurde zum Teil bereits im Kapitel »Methoden und Praktiken« angeführt. Weitere Beschreibungen folgen hier.

Die vorliegende Gliederung orientiert sich am weltanschaulichen Hintergrund der einzelnen Gruppierungen. Sie ist eine von mehreren Möglichkeiten der systematischen Einteilung und als Orientierungshilfe gedacht. Manche Gruppen können inhaltlich mehreren Bereichen zugeordnet werden, sie sind jedoch nur einmal angeführt. Mit dieser Gliederung und der Zuordnung der Gruppen wird keine Wertung vorgenommen.

Beachten Sie bitte, dass die folgende Kurzübersicht über die Entstehung und inhaltliche Ausrichtung einzelner Gruppen nicht alle in Österreich tätigen Organisationen abdecken kann. Sie umfasst jene Gruppen, zu denen es bei Informations- und Beratungsstellen immer wieder Anfragen bzw. eine öffentliche Diskussion gab und gibt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an eine der im Anhang angeführten Informations- und Beratungsstellen.

Gurubewegungen

Als Guru-Bewegungen bezeichnet man jene unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Gruppen, die aus der Tradition des Hinduismus kommend einen Meister (»Guru«) verehren. Wichtige Stichworte sind in diesem Zusammenhang unter anderem: Yoga und Tantra oder die Konzepte von Karma und Reinkarnation.

Der Guru gilt als Verkörperung des höchsten Bewusstseins und genießt gottähnliche Verehrung. Seine Aussagen und Handlungen sind damit implizit jeglicher Kritik enthoben. Hingabe und Gehorsam werden verlangt.

BRAHMA KUMARIS

Eine aus esoterischen und hinduistischen Elementen gemischte Lehre bietet diese, von dem in Pakistan geborenen ehemaligen Juwelier Lekh Raj 1950 gegründete, Organisation an. 1952 folgte die Gründung der »Brahma Kumaris World Spiritual University«, die heute ihr Zentrum in Mount Abu (Indien) hat. Lekh Raj wird von seinen Anhängern als »Brahma Baba« verehrt. Nach seinem Tod 1969 wirken Frauen als Medium, um seine Botschaften (sogenannte »murlis«) aus dem Jenseits weiterzugeben. Die Menschheit steht angeblich vor einem neuen vollkommenen Zeitalter. Einerseits wird ein kosmisches Reinigungsfeuer erwartet, andererseits werden Friedensaktivitäten unterstützt. Liebe wird als »Anhänglichkeit« abgelehnt, in Ehen muss Sexualität als Grund von Unreinheit vermieden werden. Der Tagesablauf ist streng geregelt. Er wird mit Meditationen (»Raja Yoga«) und Lesungen verbracht. Der Abbruch familiärer Bindungen ist nicht zwingend vorgeschrieben; nichtsdestotrotz legen die Botschaften eine soweit als mögliche Loslösung von weltlichen Verpflichtungen nahe, damit das Hauptaugenmerk auf das spirituelle Fortkommen und die Hinwendung zu »Brahma Baba« gelegt werden kann. Einer Erwerbstätigkeit soll nur in dem Umfang nachgegangen werden, wie dies zur Sicherstellung des notwendigen Lebensunterhalts erforderlich ist. Fleisch und Alkohol werden als »weltliche Laster« qualifiziert und deshalb abgelehnt.

Zu dieser Organisation gehören auch die »Raja Yoga Zentren«, die Initiative »Global Co-Operation For A Better World« sowie das Projekt »Millionen Minuten des Friedens«.


DIVINE LIGHT MISSION/ ELAN VITAL

Diese Organisation wurde 1960 von Shri Hans Maharaj in Indien gegründet. Nach dessen Tod übernahm sein jüngster Sohn Prem Pal Singh Rabat als Guru »Maharaj Ji« die Leitung und ging in die USA. Er wurde 1975 von seiner Mutter abgelöst, die gemeinsam mit dem ältesten Sohn des Gründers die Leitung der Gruppe in Indien übernahm. Der westliche Teil der Organisation blieb allerdings unter der Führung von Rabat. 1981 wurde die »Divine Light Mission« aufgelöst und stattdessen die »Divine United Organizations« gegründet. In den 80er Jahren entstand als Nachfolgeorganisation »Elan Vital«. Aber auch der indische Zweig wurde in der Folge im Westen aktiv – unter dem Namen »Spiritual Life Society«.

Die »Divine Light Mission« gilt als neo-hinduistische Gurubewegung. Für den Zweig der »Elan Vital« ist der Guru »Maharaj Ji« die Manifestation des Göttlichen, der seine Schüler durch seine Gegenwart zur Erkenntnis führt. Nicht der Verstand, sondern der lebende Meister erhebt den Schüler über alle Religionen und ermöglicht so erst wahres Verstehen (z.B. auch das Verstehen der Bibel). Dies wird durch spirituelle Techniken unterstützt, in denen visuelle, audiovisuelle und Geschmacksempfindungen durch Fingerdruck und Zungenstellung hervorgerufen werden sollen. Wichtig ist dabei auch die Wiederholung der Mantras »Hamsa« und »Soham«.

DIVINE LIGHT ZENTRUM

Gründer dieser Organisation war der Inder Swami Omkarananda, der das »Divine Light Zentrum« 1966 in Winterthur (Schweiz) ins Leben rief – dies »zum Zwecke kultureller Studien, philosophischer Forschung und Hilfe für die leidende Menschheit.« Swami Omkarananda lebte in der Folge vorwiegend im deutschsprachigen Raum. Die Lehre ist typisch hinduistisch, dem Guru kommt darin eine zentrale Bedeutung zu. Man bemüht sich um eine Harmonisierung aller Religionen und der Wissenschaften zu einer »Überreligion«. Jeder soll in seinem angestammten Glauben gefördert werden. Die Guru- Verehrung und Kultpraxis des Swami ist allerdings eindeutig hinduistisch. Die häufig verwendete blaue Farbe soll dem Mantra »Om« entsprechen und die göttlichen Schwingungen vergegenwärtigen helfen.

ECKANKAR

Die Gruppierung wurde 1965 vom Amerikaner Paul Twitchell gegründet. Dieser hatte spirituelle Lehrjahre bei indischen Gurus, besonders bei Kirpal Singh, und bei Scientology verbracht, führte sein »uraltes Wissen« jedoch auf einen (fiktiven) tibetischen Meister Rebazar Tarzs zurück, der ihn zum 971. »ECK-Meister « berufen habe. Die »ECKisten« rezitieren die Silbe HU als »Wort Gottes«, praktizieren Seelen- und Traumreisen, Astralprojektion, meditieren auf »Licht und Ton Gottes« sowie auf Namen und Bild des »ECK Meisters«. Seit 1981 leitet Harold Klemp (spiritueller Name: »Wah Z«) die Gruppe. Mitglieder können verschiedene Kurse absolvieren und Bücher und Kassetten kaufen. Mit entsprechenden Übungen können sie angeblich direkt mit der Lebenskraft in Verbindung treten, ihr eigenes göttliches Selbst und die himmlischen Welten erfahren. Der Meister verwaltet ihr Karma, die Jünger können dadurch von kosmischen Sphären aus, quasi aus der Distanz des unbeteiligten Beobachters, ihr irdisches Geschick steuern. Ziel ist es, in totaler Freiheit und Bewusstheit die eigene Göttlichkeit zu realisieren. Die Zentrale von Eckankar liegt in Minneapolis (USA), Eckankar ist durch Centers, Studiengruppen und Initiatoren auch in Mittel- und Osteuropa aktiv.

ISKCON (HARE-KRISHNA-BEWEGUNG)
Die »Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein« (ISKCON) wurde 1966 von dem Inder Abhay Charan De gegründet, der als »A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada« verehrt wurde. Nach seinem Tod 1977 wurden elf Jünger seine Nachfolge-Gurus. Anfang der 90er Jahre wurden Reformen eingeleitet, die zu einer Besserung des Bildes von ISKCON in der deutschen und österreichischen Öffentlichkeit führen sollten. Auch Fehlverhalten der ISKCON wurde von der Organisation eingestanden. Wie weit diese Reformen jedoch eine reine Kampagne zur Verbesserung des Images der ISKCON in der Öffentlichkeit sind oder ein ernsthaftes Bemühen um Verhaltensänderungen dahintersteht, kann erst in Zukunft abgeschätzt werden.

Die ISKCON möchte die Weisheiten des alten Indien, die im heiligen Buch Bhagavad-gita enthalten sind, verbreiten. In der »Hare-Krishna-Bewegung« findet sich auch ein universales gesellschaftliches Konzept, wodurch unter anderem eine Form der Kastenordnung auch international eingeführt werden sollte.

Neben den Mönchen (»Gottgeweihte«), die streng nach den Vorschriften leben, gibt es immer mehr verheiratete Mitglieder, die ihr Leben nach der Lehre der Bewegung ausrichten. Der Tagesablauf in den Zentren ist klar geregelt – mit Gebeten, dem Lesen der heiligen Schriften und dem Vertrieb von Literatur gegen Spenden. Eigene Schulen (»Gurukula«) wurden geschaffen, in denen Kinder »krishnabewusst« aufwachsen sollen. Auch in Wien existierte eine derartige Schule. Darüber hinaus betreiben Anhängerinnen der Gruppe Restaurants (z.B. »Govinda Kulturtreff«). Im »Food for Life Program« soll geweihte vegetarische Nahrung kostenlos an Bedürftige verteilt werden. Sogenannte »Wagenfeste« und »Pilgerprozessionen« werden nach Möglichkeit auf öffentlichen Plätzen und Straßen durchgeführt.

HOLOSOPHISCHE GESELLSCHAFT

Aus der hinduistischen Reformbewegung »Radha Soami Satsang« und »Sant Mat« (»Lehre der Heiligen«), die im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss des indischen Mystikers Shiv Dayal Singh entstanden, gingen über verschiedene Entwicklungsstadien unter anderem folgende Organisationen hervor:

• »Kirpal Ruhani Satsang Society« unter dem Meister Sant Thakar Singh ; auch »Holosophische Gesellschaft«;
• »Sant Kirpal Yoga Sadhna Ashram«, auch »Forum für die Universale Religion« unter dem Meister Soami Divyanand;
• »Sawan Kirpal Ruhani Mission« unter dem Meister Sant Darshan Singh (gestorben 1989), Nachfolge durch dessen Sohn Rajinder Singh; auch »Wissenschaft der Spiritualität«;
• »Unity of Man« unter Dr. Harbhajan Singh (gestorben 1995) ; auch »Die Einheit des Menschen«, »Sant Kirpal Singh«.

In der westlichen Öffentlichkeit ist von diesen besonders die »Holosophische Gesellschaft« bekannt geworden. Nur durch die Verehrung ihres Gurus Thakar Singh sollen die Schüler in die höchste Sphäre gelangen, womit das Rad der Wiedergeburten durchbrochen werden kann – die Seele des Menschen ist nicht mehr in Materie gefangen.

Die »Holosophische Gesellschaft« veranstaltet Seminare. und Meditationsveranstaltungen nach der Lehre Thakar Singh's. Auch Kleinkinder sollen mehrere Stunden am Tag meditieren. Auch in der Ehe sollte auf Sexualität verzichtet werden. Über den »Verein zur Förderung der Lichtheim-Kindergärten und -Schulen e.V.« wurde versucht, Kindergärten und Schulen zu errichten, um die »spirituelle Erziehung« von Kindern und Kleinkindern im Sinne der Organisation zu. gewährleisten. Nach heftiger öffentlicher Kritik wurde dieses Projekt aufgegeben, die Durchführung der spirituellen Erziehung ist in privatem Rahmen jederzeit möglich und wird den Erziehungsberechtigten überlassen.

OSHO-BEWEGUNG

Nach einem angeblichen Erleuchtungserlebnis 1953 begann der Inder Rajneesh Chandra Mohan 1974 in Poona auch Schüler aus dem Westen um sich zu sammeln. Er wurde »Bhagwan« (»der Göttliche«) genannt. Rajneesh zog 1981 nach Oregon (USA) und begann dort mit dem Aufbau einer eigenen Stadt (»Rajneeshpuram«). 1985 aus den USA ausgewiesen, kehrte er1987 nach Poona zurück, legte 1988 den Titel »Bhagwan« ab und erklärte sich 1989 zum Buddha. Bis zu seinem Tod 1990 ließ er sich mit der altjapanischen Ehrenbezeichnung »Osho« (»ehrwürdiger Meister«) anreden. In den letzten Jähren wurde die nunmehrige »Osho-Bewegung« (vormals »Bhagwan-Bewegung«) von einem Kollektiv geführt.

Die Lehre inkludiert Elemente des indischen Tantrismus, des Buddhismus und westlicher Psychotherapie. Der Guru nahm die zentrale Stelle ein, seine Person war und ist die höchste Autorität. Die Praxis der »Osho-Bewegung« änderte sich mehrmals. Ausgeübt werden heute verschiedene Meditationen, Therapieformen und esoterische Praktiken. Sie ist auch durch wirtschaftliche Einrichtungen aktiv. Das Zentrum der Bewegung ist Poona.

Viele ehemalige Schülerinnen von Bhagwan und/ oder deren Abkömmlinge gründeten in der Folge eigene Gruppen oder Organisationen, wie z.B. Michael Barnett die »Energy World« und »Energy University«.

SAHAJA YOGA

Die in Europa verbreitete Form des »Sahaja Yoga« wird von der 1923 geborenen ehemaligen Medizinstudentin Nirmala Devi gelehrt. In Österreich hat sich »Sahaja Yoga« um Registrierung als staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft bemüht. Dieser Antrag wurde jedoch vom zuständigen Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten im Juli 1998 abgelehnt.

Durch »Sahaja Yoga« sollen alle Religionen und alle Wahrheiten in der »Nirmala Weltreligion« zusammengefasst werden. Nirmala Devi gilt als Autorität, die nicht hinterfragt werden kann und wird als »Shri Mataji« (»Göttliche Mutter«) und als Verkörperung des Heiligen Geistes verehrt. In der Praxis ist das Meditieren vor dem Bild der »göttlichen Mutter« und die Mobilisierung der »Chakren« (Energiezentren des Körpers) bedeutsam. Dadurch soll nicht nur die Göttlichkeit in einem Schüler verwirklicht werden, sondern es sollen auch alle Krankheiten geheilt werden können. Besonders ernsthafte Anhänger schicken ihre Kinder im Vorschulalter in einen Kindergarten der Bewegung in der Nähe von Rom. Für schulpflichtige Kinder ab dem 6. Lebensjahr steht eine Schule der Gruppierung in Dharamsala in Indien zur Verfügung. An dieser von der Organisation als »Eliteschule« bezeichneten Einrichtung lernen sie u.a. Hindi, Sanskrit, Meditation und die Verehrung ihres göttlichen Gurus.

SAI BABA

Bereits mit 13 erklärte sich der 1926 geborene Sathyanarayan Raju zum »Sai Baba« (»wahrer göttlicher Vater«). Mit 26 gründete er einen »Ashram« (»geistiges Zentrum«) in Puttaparthi (Südindien). 1976 proklamierte er die. Sai-Religion als »Extrakt und Essenz aller Religionen« und wurde zu einem der bekanntesten Gurus Indiens. Angeblich soll er viele Wunder gewirkt haben, zur beabsichtigten wissenschaftlichen Untersuchung durch die Universität Bangalore kam es allerdings nicht.

»Sai Baba« versteht sich als Schöpfer der Welt, menschgewordener Gott und war, nach eigenen Angaben, bereits in Krishna und Jesus Christus gegenwärtig. Neben der Heilung Kranker soll er sogar Tote wiedererweckt und aus dem »Nichts« Blumen, goldene Ringe oder »heilige Asche« materialisiert haben. Meditation und das Studium der Veden, alter religiöser Schriften Indiens, stehen für die Mitglieder auf dem Programm. In Österreich ist diese Organisation als »Sathya Sai Philosophische Vereinigung« präsent.

SRI CHINMOY

Seit Beginn der 80er Jahre ist die Organisation des Inders Chinmoy Kumar Ghose (geboren 1931) auch im deutschsprachigen Raum mit »Friedenskonzerten « und »Weltfriedensläufen« aktiv. »Sri Chinmoy« bietet seit 1970 auch Meditationen im Gebäude der Vereinten Nationen in New York an, die allerdings keinen offiziellen Charakter haben. Auf diesem. Hintergrund wirbt die Gruppierung mit Fotos des Gurus, die ihn mit bedeutenden Persönlichkeiten (UNO-Generalsekretäre, Politikerinnen etc.) zeigen. Nach der Lehre »Sri Chinmoys « soll jeder Mensch das Göttliche in sich selbst erkennen und verwirklichen. Der Guru selbst sieht sich als Gottrealisierter – als »Supreme«. Die Bindung der Anhänger an ihn ist stark (tägliches Meditieren vor seinem Bild, spezielle indische Kleidung etc.).

TRANSZENDENTALE MEDITATION (TM)

Die Transzendentale Meditation (TM) oder »Wissenschaft der kreativen Intelligenz « wurde von dem 1918 geborenen Inder Mahesh Prasad Varma entwickelt, der von seinen Anhängerinnen als »Maharishi Mahesh Yogi« verehrt wird (»Maharishi « bedeutet »großer Seher«; »Yogi« ist ein Titel, womit er seine Lehre der Meditationstechnik in die Tradition des Yoga stellt). 1971 erfolgte die Gründung der »Maharishi International University«, 1975 die der »Maharishi European Research University«. Die TM gilt als eine »einfache, natürliche Technik, die eine volle Entfaltung des menschlichen Bewusstseins und ein Leben im Einklang mit der Gesamtheit der Naturgesetze ermöglicht.«

Anfang der 70er Jahre proklamierte Maharishi Mahesh den »Maharishi-Effekt«: Wenn 1 % der Weltbevölkerung die »Transzendentale Meditation« betreiben würde, wären angeblich viele Probleme der Erde wie Kriminalität, Arbeitslosig keit, Umweltverschmutzung, militärische Konflikte etc. gelöst. 1976 errichtete der Guru die »Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung«: In einer gross angelegten Anzeigenkampagne bot er allen Regierungen der Welt an, ihre wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen.

1986 folgten eine »Weltvereinigung für Ayurveda-Medizin« (heute: »Maharishi Ayurved«) und ein »Weltplan für vollkommene Gesundheit«. Sogenannte ayurvedische Behandlungen werden von der Gruppe in eigenen Zentren (z.B. »Maharishi Ayur-Ved Gesundheitszentren«) durchgeführt.

Über die in mehreren Ländern aktive »Naturgesetzpartei« versucht. die Gruppierung ihr Programm auf politischer Ebene umzusetzen. In Österreich kandidierte bei den letzten Nationalratswahlen 1995 auch die » Österreichische Naturgesetzpartei « (»ÖNGP«). »TM« hat zwar einen hinduistischen Hintergrund, wird im Westen aber als neutrale, wissenschaftliche Methode angeboten. Sie soll rasch zu erlernen sein und z.B. den Abbau von Stress und Nervosität, die Beseitigung psychosomatischer Störungen und Schlaflosigkeit, aber auch »kreative Intelligenz« bewirken. Durch weitere Kurse soll sogar der Alterungsprozess umkehrbar gemacht werden, und man soll paranormale Fähigkeiten (yogisches Fliegen, Anfangsstadien von Unsichtbarkeit) lernen können. Dass man »die allmächtige Kraft der Natur nach seinem Belieben nützen« kann, soll unter anderem auch die spezielle Hüpftechnik (»Levitation«) der »Siddhis« (fortgeschrittene TM-Anhängerinnen) demonstrieren.

Die deutsche Bundesregierung hat bereits in den 80er Jahren vor »TM« gewarnt, da sie »bei labilen Menschen zu psychischen Schäden oder zu einer Persönlichkeitszerstörung führen kann«.

Psychogruppen

Diese Gruppen bieten die positive Veränderung des Lebens an – dies mit auf die Psyche einwirkenden, jedoch nicht dem Standard der wissenschaftlichen Psychologie und Psychotherapie entsprechenden Methoden. Der Unterschied zu anderen Typen von Gruppen liegt darin, dass in den Psychogruppen mit Hilfe der jeweiligen Psycho-Techniken an der Veränderung der eigenen Person gearbeitet werden muss. Die Ausprägungen erreichen bei den einzelnen Gruppen unterschiedliche Ausmaße.

LANDMARK EDUCATION

1971 wurde eine Organisation mit der Bezeichnung »Erhard Seminar Training (EST)« vom US-Amerikaner Jack Rosenberg ins Leben gerufen, der sich nach Werner Heisenberg und Ludwig Erhard »Werner Erhard« nannte. 1981 wurde die Organisation verändert und nach eigener Darstellung 1985 ein angeblich »... völlig neues Programm, das ein paar Ideen aus dem est-Training benutzte, aber weit darüber hinaus ging.«, entwickelt: »Das Forum«. Rosenberg verkaufte die Rechte an seinen Seminar-Trainings an Mitarbeiter, die die Organisation »Landmark Education« gründeten.

Die Seminare nach Jack Rosenbergs Methoden dauern 60 Stunden und werden zumeist innerhalb von drei Tagen abgehalten. Die Kursteilnehmer müssen vorher unterschreiben, dass sie wissen, dass sie hohen psychischen Belastungen während des Kurses ausgesetzt sein werden. Außerdem ist über die Vorgänge beim Seminar Geheimhaltung zu wahren. Angeblich kann durch ein Seminar der »Landmark Education« ein »Durchbruch« erzielt werden, durch den der Teilnehmer sein Leben neu verstehen und seine Zukunft unabhängig von seiner Vergangenheit bewältigen kann.

SCIENTOLOGY

Der ehemalige Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard schrieb 1950 das Buch »Dianetik. Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit. Das Handbuch der dianetischen Verfahren«. 1954 wird die »Church of Scientology California« gegründet (»Scientology« kann etwa mit »Lehre vom Wissen« übersetzt werden.).

1959 kaufte Hubbard ein englisches Schloss (Saint Hill Manor), das als Hauptquartier diente. Ab 1967 wurde die Organisation von einer Privatflotte aus geleitet, 1975 wurde in Clearwater (USA) das neue Hauptquartier von Scientology gegründet (»Flag Land Base«). Anfang der 80er Jahre übernahm das »Religious Technology Center« alle Rechte und Lizenzen. 1986 wurde Hubbards Tod bekanntgegeben.

1996 wurde das griechische »Zentrum für angewandte Philosophie«, ein Verein, der laut Satzung u.a. die Verbreitung der philosophischen Grundsätze von Dianetics und Scientology bezweckt, vom Landgericht Athen aufgelöst. Die deutsche Innenministerkonferenz hat im Sommer 1997 beschlossen, die Scientology-Organisation vom deutschen Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

»Scientology« zeigt sich in erster Linie als Angebot zur Persönlichkeitsveränderung. Die Lehre besagt, dass der Mensch in seinen früheren Leben zahlreichen Belastungen ausgesetzt war, wodurch er seinen ursprünglichen Zustand als »Thetan« (Geistwesen) vergessen hat – und dadurch versklavt ist. Mit den dianetischen Verfahren soll er wieder zur völligen Freiheit gelangen. Durch das »Auditing« (suggestive Befragungsmethode) mit dem »E-Meter«, einer Art Haut Widerstandsanzeiger, sollen die negativen Eindrücke auch aus früheren Leben gefunden und der sogenannte »reaktive Verstand« gelöscht werden. »Geklärt« (»clear«) werden kann man durch die Teilnahme an einem insgesamt sehr kostenaufwendigen Kurssystem, das auch den zusätzlichen Ankauf von Büchern und Kassetten inkludiert. Geworben wird oft mit einem kostenlosen Persönlichkeitstest. Angeboten wird auch ein sogenannter »Reinigungs-Rundown«, der die Einnahme eigener Vitaminpräparate und häufiges Saunieren erfordert. Diese Methode soll unter anderem auch sicherstellen, dass man einen Atomkrieg überlebt.

Von Scientology selbst werden u.a. folgende Organisationen und Projekte aufgelistet, die die Lehren von L. Ron Hubbard verwenden:

»Scientology Church« (Kurse, Seminare, sogenanntes Auditing, Bücher, Videos etc. werden in Scientology Organisationen, Scientology Missionen, Dianetik Centers, Celebrity Centers etc. angeboten)

»ABLEAssociation for Better Living and Education« (Zweig von Scientology, der folgenden vier Organisationen übergeordnet ist:)
• Narconon (Drogenrehabilitation)
• Criminon (Rehabilitation von Straftätern)
• Applied Scholastics (Ausbildung ; in Wien wird z.B. im »Kreativ-College« nach der Studiertechnologie L. Ron Hubbards unterrichtet)
• Stiftung »Der Weg zum Glücklichsein« (Verbesserung der allgemeinen Moral)

»WISEWorld Institute of Scientology Enterprises«
(weltweiter Verband von Scientology-Unternehmen mit dem Ziel, die Technologie Hubbards in der Wirtschaft umzusetzen. Hauptbetätigungsfelder: Personal und Managementschulungen, EDV-Bereich, Immobilienhandel.)

Sonstiges
• Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte – KVPM
• Bürgerkommission für Menschenrechte (Citizens Commission an Human Rights – CCHR)
• International Association of Scientologists – IAS (Internationale Vereinigung von Scientologen)
• New Era Publications (Verlagsorganisation)
• Freedom (Zeitschrift von Scientology)


ZENTRUM FÜR EXPERIMENTELLE GESELLSCHAFTSGESTALTUNG (ZEGG)

Diese Organisation wurde 1991 als Teil des Projektes »MEIGA« (»Experiment für eine humane Erde«) in Verbindung mit der »Sexpeace-Bewegung« in Deutschland realisiert. Ziel ist es, die ursprüngliche »humane Idee des Sozialismus« durch die Verbindung mit dem Prinzip der »freien Liebe« zu erreichen. Das Eintreten für »freie Liebe« inkludiert auch die Einschätzung, dass AIDS und Krebs Spezialfälle des allgemeinen sexuellen Elends wären. AIDS, so ZEGG, wäre deshalb natürlich heilbar. Das Ideengebäude von ZEGG inkludiert auch Endzeitvorstellungen und universelle Lösungsverheissungen durch die Gruppe. Tragendes Moment ist die angestrebte Gemeinschaftserfahrung in der Gruppe. Krankheiten werden als Ausdruck eines falschen Bewusstseins interpretiert. ZEGG veranstaltete unter anderem eine Sommeruniversität, verschiedene Seminare und Jugendprojekte.

Experten verweisen auf Parallelen zu den zentralen Themen der »Aktionsanalytischen Aktion« (AAO) Otto Mühls (Müht und andere leitende Personen wurden 1991 unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger innerhalb der AAO zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt). ZEGG-Mitbegründer Dieter Duhm bezeichnete Mühls Organisation 1977 als »entwickeltstes sozialistisches Lebensmodell«, das er kenne. 1992 erklärte eine ZEGG-Stellungnahme allerdings, dass die »einzige Verbindung zwischen beiden Projekten« darin bestehe, dass Dieter Duhm 1978 »im Rahmen seiner Sozialforschung drei Monate lang die AAO besuchte und sich äusserte.«

Rund um das ZEGG sind verschiedene Projekte, Initiativen und Ideen angesiedelt, wie z.B. die »Aktion Perestroika e.V.«, das Jugendprojekt »Undersky«, das »Experiment für eine humane Erde«, »Sexpeace«, das »Transformatorische Bordell « oder die »Erotische Akademie«.

Neuoffenbarungsbewegungen

Damit werden Gruppen bezeichnet, die ihren Aussagen nach über ein Medium verfügen, das direkt mit Gott oder Jesus Christus in Verbindung steht. Diese »Medien« bezeichnen sich als »Sprachrohre Gottes« oder als Propheten. Gott oder Jesus Christus, so die entsprechenden Lehren, wollen diese Kanäle nützen, um angebliche Falschdeutungen der Bibel zu korrigieren und um sich auch in der heutigen Zeit ihrem Volk kundzutun.

FIAT LUX

Ab 1970 erklärte sich die Schweizerin Erika Bertschinger zur »Geistheilerin« und gab ab 1975 an, Botschaften von Jesus und Maria zu empfangen. Seit dieser Zeit nennt sie sich »Uriella«. Verschiedene Menschen wurden damals auf Erika Bertschinger aufmerksam, darunter auch der katholische Priester Kurt Warter, der sie später auch heiratete. 1980 wurde aus dem losen Kreis ihrer Sympathisanten eine feste Vereinigung, die als »Orden Fiat Lux« (lat.: »Es werde Licht!«) gegründet wurde.

Die Lehre von »Fiat Lux« inkludiert ebenfalls den drohenden Weltuntergang, dem höher entwickelte Menschen – vornehmlich Mitglieder der Organisation - dank der Rettung durch UFOs in eine andere Schwingungsebene entgehen können. Diese Menschen können nach der Katastrophe angeblich wieder auf die Erde zurückkehren.

Einen wichtigen Stellenwert nehmen Naturheilmittel ein (homöopathische, spagyrische und esoterische Produkte), verkauft werden u.a. »Astro-Tropfen« und »Äther-Ampullen«. Auch »Athrumwasser«, das von Frau Bertschinger völlig entkeimt und mit dem Athrum-Heilstrahl in einer Badewanne aufgeladen werden soll, wird abgegeben. Außerdem führt sie mit ihren MitarbeiterInnen auch direkte Geistheilungen durch, mit denen etwa AIDS, Krebs, Drogenabhängigkeit und Schädigungen durch radioaktive Belastungen geheilt werden sollen. Alkohol, Nikotin und Fleisch werden bei »Fiat Lux« ebenso gemieden wie Kleidungsstücke, die nicht weiß oder zumindest sehr hell sind.

Zudem wurde das »Adsum«-Hilfswerk gegründet sowie die »Adsum Dolls Vertriebs Ges.m.b.H.«, die Puppen für Kinder vertreibt. Nach dem Tod ihres Ehemannes Kurt Warter (1988) ist Frau Bertschinger heute mit Eberhard Eicke verheiratet. Eicke bezeichnet sich als »Icordo« und versteht sich als Reinkarnation von Johann Strauß.

1998 wurde Frau Bertschinger in Deutschland wegen Abgabenhinterziehung und versuchter Abgabenhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt (Urteil des Landgerichtes Mannheim, Aktenzeichen (25) 6 Kls 616 Js 4/ 95, rechtskräftig am 30. 12. 1998).

UNIVERSELLES LEBEN

1977 begann Gabriele Wittek ihr öffentliches Wirken in einer Gemeinschaft, die sich »Heimholungswerk Jesu Christi« nannte. 1984 entstand das »Universelle Leben« (UL). 1987 schlossen sich Anhängerinnen des »Universellen Lebens« in Würzburg zur »Ersten christlichen Urgemeinde im »Universellen Leben«, der Gemeinde Neues Jerusalem« zusammen. Für diese Gemeinschaft und für sämtliche, auch später in anderen Städten Deutschlands gegründeten »Urgemeinden« wurde im selben Jahr eine »Gemeindeordnung« erlassen. 1989 wurde angeblich zwischen Gott und dem »Universellen Leben« ein Bund geschlossen, und die »Urgemeinde« wurde in »Bundgemeinde Neues Jerusalem« umbenannt. Die Mitglieder der »Bundgemeinde« sollen in Wohngemeinschaften leben und das Geschehen des »Universellen Lebens« regeln. Es entstanden unter anderem auch Kindergärten, eine Volksschule, eine Naturklinik und Seniorenheime. In den letzten Jahren ist eine starke wirtschaftliche Expansion festzustellen. Das Zentrum befindet sich im Raum Würzburg. Jesus Christus und der »Geistwesen Emmanuel« geben, so Frau Wittek, durch sie die wahre Lehre kund. Die Menschen sind gefallene Geistwesen, die in sich aber den »Erlösungsfunken« tragen und diesen in vielen Reinkarnationen weiterentwickeln müssen. Da sie das alleine nicht können, sind die Lehren des »Universellen Lebens« zu befolgen, die unter anderem auch das Beschreiten eines siebenstufigen »inneren Pfades« – der den Schüler als reines Geistwesen in den Himmel führt – beinhalten. Andere Menschen, so die Lehre, würden in einer bald stattfindenden Katastrophe umkommen. Durch das »Geistwesen Liobani« wurde das Erziehungskonzept für Kinder der Gruppe offenbart. Das »Universelle Leben« verfügt über Erzieherinnen und Lehrkräfte für die eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen. Kinder sollen von den Eltern nicht an sich gebunden werden, sondern von Anfang an in der Gemeinschaft des »Universellen Lebens« aufwachsen. Dadurch soll die Eltern-Kind-Beziehung angeblich »inniger« werden. Die Organisation steht der Schulmedizin kritisch gegenüber und sie propagiert einen eigenen offenbarten Gesundheitsplan. Organtransplantationen sind gemäss der Lehre eigentlich nicht akzeptabel. Krankheiten und Schicksalsschläge sind Ausfluss eines persönlichen Karmas und können durch die Hinwendung zur Lehre des »Universellen Lebens« gemildert werden. Das »Universelle Leben« ist in Österreich auch durch Zeitschriften präsent (z.B. »Das Weisse Pferd«, früher »Christusstaat«). 
 

Gruppen mit christlichem Bezug

Seit der Zeit des »Neuen Testaments« hat es über Jahrhunderte hindurch immer wieder Menschen oder Gruppen gegeben, die dem »Evangelium« etwas »Anderes« bzw. »Besseres« zur Seite zu stellen versuchten oder es einfach mit eigenen Erkenntnissen vermischten. Auch heute gibt es Gruppen, die sich von den anerkannten, ökumenisch orientierten christlichen Kirchen und ihrer Lehre und Praxis klar unterscheiden. Jede dieser Gruppen verfügt über eine spezifische Ausrichtung, gemeinsam ist ihnen jedoch, dass »Heil« und »Erlösung« exklusiv an die jeweils eigene Gemeinschaft gebunden werden. Der »Bibel« können andere »heilige Schriften« gleichrangig gegenübergestellt werden bzw. sie kann durch andere »Offenbarungsquellen« ergänzt, verändert oder interpretiert werden.

DIE FAMILIE

David Berg gründete diese Gruppe 1968, die unter dem Namen »Kinder Gottes« bekannt wurde. Er wurde von den Anhängern in der Folgezeit »Moses David« oder »Mo« genannt. Weil die Gruppierung wegen allzu großer sexueller Freizügigkeit immer heftiger kritisiert wurde, gab Berg 1978 den Befehl, die Wohngemeinschaften der Mitglieder aufzulösen und in den Untergrund zu gehen (Umzüge u.a. nach Indien). Die Anwerbung neuer Mitglieder war unter anderem durch die Sexual-Missions-Methode des »Flirty Fishing« erfolgt. 1987 wurde diese Methode offiziell abgeschafft. Seit 1988 ist die Gruppierung in Europa wieder verstärkt aktiv, 1992 wurde ihr Name in »Die Familie« umgewandelt. Auch der Stil der Schriften und die Lehre erlebten scheinbar eine Veränderung in Richtung einer evangelikalen Erweckungsbewegung. Inwieweit damit tatsächlich ein Wandel der Praxis verbunden ist, ist umstritten. Nach der Lehre der Gruppe steht die Welt jedenfalls vor ihrem unmittelbaren Untergang. Gerettet kann nur der werden, der sich von der Welt, von Staat, Gesellschaft und Familie radikal abwendet und sich der »Familie« anschliesst. Die Mitglieder leben von Spenden und vom Verkauf von Broschüren und Kassetten. Die Kontrolle innerhalb der Gruppe ist intensiv, sexuelle Praktiken auch mit (Klein-)Kindern wurden in der Vergangenheit bekannt.

Bezeichnungen für die Gruppierung sind: »Die Familie/ The Family«, »Kinder Gottes/ Children of God«, »Familie der Liebe/ Family of Love«, »World Missions/ Missionare für die Welt«, »Family Service«, »Gospel Service«, »Family Care/ International Educational Services«, »World Educational Services International« oder »21st Century International Schools«. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind nach Expertenschätzungen Kinder.

VEREINIGUNGSBEWEGUNG

Die sogenannte »Mun-Bewegung« wurde von San Myung Mun (englisch: Sun Myung Moon, ursprünglicher Name: Yong Myong Mun) ins Leben gerufen. Den eigenen Angaben zufolge wurde er 1936 von Jesus beauftragt, dessen am Kreuz gescheiterte Mission nun zu beenden – nämlich die Gründung der »Wahren Familie«. Er gründete 1954 die »Holy Spirit Association for the Unification of World Christianity«, die sogenannte Vereinigungsbewegung. Für Mun war der Kommunismus der satanische Hauptfeind, den es zu bekämpfen galt. 1960 heiratete er Hak Ja Han. Er und seine Frau wurden das »Wahre Elternpaar«, ihre Gemeinschaft die »Wahre Familie«. Kurz nach seiner eigenen Hochzeit inszenierte Mun das Ritual des »Blessings«, bei dem erstmals 3 Paare »verheiratet « wurden. Der bisherige Höhepunkt war 1997, wo angeblich 3,6 Millionen Paare von Mun und seiner Frau gesegnet wurden, die aber nur zu einem geringen Teil Mitglieder der Vereinigungsbewegung sind.

Seit 1990 wendete sich die Bewegung verstärkt der Vereinigung der Weltreligionen zu, dies besonders durch die »Frauenföderation für Weltfrieden« von Muns Ehefrau. 1992 erklärte Mun zum ersten Mal der Öffentlichkeit, dass er der Messias sei. 1996 erfolgte die Gründung der »Familienföderation für Weltfrieden«.

Die Lehre ist synkretistisch und enthält Elemente aus verschiedenen Glaubensrichtungen. Die »Vereinigungsbewegung« ist der Ansicht, dass durch den Sündenfall (Vereinigung Evas mit Satan) die Menschheit dem Bösen verfallen sei. Durch das »wahre Elternpaar«, so die Lehre, hat die Menschheit nun die Möglichkeit einer »Blutreinigung«, die durch paarweise Massenadoptionen durchgeführt wird (»Blessing«). Manche unverheirateten Mitglieder wohnen in Wohngemeinschaften zusammen, versuchen neue Mitglieder zu werben und Geld zu sammeln. Die Ehe-Partner werden zum Teil noch immer für einander ausgesucht und in »Massenhochzeiten« verheiratet. Mun und seine Frau geniessen in der Vereinigungsbewegung gleichsam göttliche Verehrung.

Der »Mun-Bewegung« steht eine Vielzahl von Organisationen nahe, wie etwa das »Forum Österreich«, der internationale Künstlerverband »AAI«, der »Weltmedienverband« oder der religiöse Jugenddienst »RYS«. Im missionarischen Bereich sind vor allem die »College-Vereinigung für die Erforschung von Prinzipien« (CARP), das »Mobile Fundraising Team« (MFT), der »International One World Crusade« (IOWC) und das »International Seminar an the Unification Movement« (ISUM) zu nennen (detaillierte Informationen erhalten Sie bei den Informationsund Beratungsstellen, die im Anhang aufgelistet sind).

Die Vereinigungsbewegung gibt zudem mehrere Zeitschriften heraus: z.B. »Die Familie«, »Familien Perspektiven« und »Forum Religion und Weltgestaltung«. Auch Firmen gehören zum Einflussbereich der Mun-Bewegung, die in unterschiedlichen Bereichen tätig sind.

ZEUGEN JEHOVAS

Die Entstehungsgeschichte dieser Organisation reicht bis ins letzte Jahrhundert und ist durch die mehrmalige Datierung bzw. Umdatierung des erwarteten Weltunterganges bzw. der Rückkehr Christi gekennzeichnet. Charles Taze Russell schloss sich 1870 einer adventistischen Splittergruppe an, die die sichtbare Wiederkunft Christi für das Jahr 1874 erwartete. Nach dem Nichteintreffen verschob Russell das Datum auf 1914, dann auf 1916 und schliesslich auf 1918. Schliesslich erklärte man, die Berechnung für 1914 wäre zwar richtig, die Art und Weise der Wiederkunft aber unsichtbar gewesen. Bereits 1879 hatte er die Zeitschrift »Der Wachtturm« gegründet. Sein Nachfolger, Joseph Franklin Rutherford, datierte das Ende der gesellschaftlichen Ordnung der Welt auf das Jahr 1925. 1931 gab er der Gemeinschaft den Namen »Jehovas Zeugen«. Die bis zu den 70er Jahren stark ewachsene Anhängerschaft der Mitglieder reduzierte sich allerdings kurzfristig wieder, als das von Rutherfords Nachfolger, Nathan Homer Knorr, propagierte Endzeit-Datum von 1975 nicht eintraf. Die Zeugen Jehovas berufen sich zwar auf die Bibel, doch weichen ihre Bibel-Ausgabe (»Neue Welt-Übersetzung«) wie auch ihre Lehre von den ökumenisch orientierten Kirchen ab. Jesus Christus gilt als erstgeschaffener Sohn Gottes und menschgewordener Erzengel Michael, der 1914 einen Krieg gegen Satan und dessen Dämonen begonnen haben soll. Im Himmel habe er einen Thron errichtet, von wo er das Volk Gottes (die »Zeugen Jehovas«) über seinen sichtbaren Vertreter (leitende Körperschaft der Wachtturm-Gesellschaft) leite. In der Schlacht von Harmagedon, die als bevorstehend erwartet wird, wird Christus alle Nationen dieser Welt vernichten. Die geretteten »Zeugen Jehovas « leben dann in dem auf Erden errichteten Paradies.

Nahrung, in der tierisches Blut enthalten sein könnte (z.B. Blutwurst) wird ebenso kritisch gesehen wie Bluttransfusionen -selbst wenn sie für die Rettung eines Menschen notwendig wären.

Kritisch gesehen wird auch die Teilnahme an weltlichen Dingen wie z.B. das Feiern von Geburtstagen und auch die Teilnahme an Festen, die aus dem Traditionsgut anderer Religionsgemeinschaften stammen (z.B. Weihnachten, Ostern). Von der Mitgliedschaft in politischen Organisationen wird abgeraten. Die Ausübung des Wahlrechts wird je nach Land unterschiedlich gehandhabt. Während die Ableistung des Wehrdienstes abgelehnt wird, liegt die Entscheidung über die Absolvierung des Zivildienstes neuerdings im Gewissensbereich des einzelnen Zeugen.

Predigtdienste (u.a. »Haus-zu-Haus-Dienst«) gelten als höchster Ausdruck der Nächstenliebe. Herausgegeben werden die Zeitschriften »Der Wachtturm« und »Erwachet!«.

In Österreich wurden die »Zeugen Jehovas« 1998 ins Register der staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaften aufgenommen (vgl. das Kapitel »Hintergrund & rechtliche Situation«).
 

Sonstige Gruppen

Einige Gruppen entsprechen den hier vorgestellten «gängigen« Typen von ihrer inhaltlichen Ausrichtung nicht ausreichend, um eine korrekte Zuordnung zu ermöglichen. Dazu zählen Gruppen, die ihre Lehren aus einer Mischung theologischer und philosophischer oder religiöser und gesellschaftsspezifischer Inhalte ableiten. Gruppen mit dem Anspruch auf exklusive Weltverbesserung müssen nicht explizit religiöse Hintergründe haben. Der »Heilsanspruch« derartiger Gruppierungen bezieht sich auf die Erreichung einer besseren Gesellschaft, die durch die Umsetzung der gruppenspezifischen Ziele ermöglicht werden kann. Als Beispiele werden hier folgende Organisationen genannt:

EUROPÄISCHE ARBEITERPARTEI / BÜRGERRECHTSBEWEGUNG SOLIDARITÄT

Den Hintergrund dieser Gruppe bildet die vom ehemaligen Trotzkisten Lyndon LaRouche gegründete rechtsextreme US- Labour-Party. 1974 gründete seine Ehefrau, die Deutsche Helga Zepp-LaRouche, in der Bundesrepublik Deutschland die »Europäische Arbeiterpartei«, aus der 1992 die »Bürgerrechtsbewegung Solidarität« (»BüSo«) hervorging.

Die »Europäische Arbeiterpartei/ Bürgerrechtsbewegung Solidarität« hat keinen religiösen Hintergrund, verfolgt aber politische Weltverbesserungsstrategien. Das Menschenbild von LaRouche ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mensch die Fähigkeit haben soll, »die gesetzmäßige Ordnung des Universums aufzuspüren und die Welt sich mehr und mehr untertan zu machen.« Daraus resultiert ein extremer Wissenschafts- und Fortschrittsglaube. Die Gegner dieser Bewegung sind dabei klar ausgemacht (z.B. Bank of England, Club of Rome, aber auch Einzelpersönlichkeiten) und sollen Teil einer weltweiten, sich durch die gesamte Geschichte ziehenden Verschwörung gegen das Leben, gegen Wachstum, Wissenschaft und Fortschritt sein. Der Sicherheitsdienst der Gruppierung war unter dem Namen »The Labour Organizers Defense Fund« tätig.

Zugeordnet werden der »Europäische Arbeiterpartei/ Bürgerrechtsbewegung Solidarität« z.B. die »Anti-Drogen- Koalition e.V.«, der »Club of Life«, die Organisation »Cusanus-Stadt«, die »Patrioten für Deutschland« und das »Schiller-Institut, Vereinigung für Staatskunst«.

DIE GEMEINSCHAFT/ HUMANISTISCHE PARTEI/ DIE BEWEGUNG

Die »Gemeinschaft für Ausgeglichenheit und Entwicklung des Menschen« wurde 1969 vom Argentinier Mario Luis Rodriguez Coboz gegründet, der unter dem Pseudonym »Silo« auftritt. Anfang der 70er Jahre wurde die Gruppe in »Religiöse Gemeinschaft« umbenannt, 1978 in »Die Gemeinschaft«. 1984 erfolgte die Gründung der »Humanistischen Partei«, die als eine grün-alternative Partei den politischen Zweig der Gruppe repräsentiert. Ins Leben gerufen wurden auch sogenannte »Zentren für Nachbarschaft und Kommunikation«, in denen lokalpolitische Anliegen behandelt werden sollten. Die Lehre der Organisation (»Siloismus«) sieht den wirklichen Sinn des Lebens in der Bejahung der Transzendenz. Nur dann kann sich ein Mensch mit sich selbst versöhnen – und das Leid verschwindet. »Die Bewegung« war streng hierarchisch organisiert, jedes Mitglied hatte einen genau bestimmbaren Grad. Kleine Teams, die von »Orientierern« geleitet werden, sollen nun das Bild in der »Humanistischen Bewegung« prägen. Neben Treffen und Kursen praktizieren die Mitglieder Entspannungsübungen und Rituale, um mit ihrem »inneren Führer« Kontakt aufnehmen zu können. Dieser »innere Führer« soll Beistand für die Meisterung des alltäglichen Lebens ermöglichen.

NEUE AKROPOLIS

Der Argentinier Jorge Angel Livraga gründete die internationale Organisation »Neue Akropolis« 1957 in Buenos Aires. Die Organisation sieht sich selbst als die Hüterin alten esoterischen Wissens und wird von Experten der Theosophie zugeordnet. Durch eine Rückkehr zur"geistigen Innenwelt des Menschen soll eine neue Staatstheorie aufgebaut werden, durch die der Staat die Lebensentscheidungen seiner Bürger selbst trifft. Spirituelle Übungen sollen den Schüler befreien und zu einem »neuen Menschen« formen. Die »Neue Akropolis« veranstaltet Vorträge zu esoterischem Wissen vergangener Zivilisationen. Im Inneren verfügt sie über ein straffes Führungssystem mit einem eigenen Sicherheitsdienst sowie Geheimhaltungspflicht.

SOKA GAKKAI

Die aus Japan stammende buddhistische Laienbewegung »Soka Gakkai« wurde 1930 von dem Lehrer Makiguchi Tsunesaburo gegründet, nachdem sich dieser der Schule des buddhistischen Mönches Nichiren Daishonin (1222–1282) angeschlossen hatte. Die Organisation missionierte insbesondere in den fünfziger und sechziger Jahren intensiv und hat heute nach eigenen Angaben etwa 12 Millionen Mitglieder weltweit. Im.Mittelpunkt steht die Verehrung des »Gohonzon«, eines auf einer Holztafel kaligrafisch dargestellten Mantras. Jedes Mitglied erhält hiervon eine Nachbildung. Vor dem »Gohonzon« wird täglich die Zeremonie »Gongyo« (beständige Ausübung) durchgeführt, bei der zwei Kapitel des »Lotos-Sutra« (einer der Lehren des Buddhas Shakyamuni) sowie das Mantra »Nam-Myoho-Renge-Kyo(«Titelzeile des Lotos-Sutra) rezitiert werden.

Die Rezitation des Mantras wird »chanten« genannt und – je nach Bedürfnis des Gläubigen – bis zu mehreren Stunden täglich praktiziert. Nach Gründung einer eigenen Partei in Japan 1964 hat die Organisation mit ihrem Präsidenten Daisaku Ikeda dort erheblich an politischem Einfluss gewonnen. Es wird betont, dass die Partei in organisatorischer und finanzieller Hinsicht unabhängig agiert, von guten gegenseitigen Kontakten ist jedoch auszugehen. Nach einer Phase rigider Organisationsarbeit scheint sich Soka Gakkai in letzter Zeit in Europa der Kulturarbeit und dem Dialog innerhalb des Buddhismus und mit anderen Religionen zu öffnen. Inwieweit sich diese Öffnungstendenzen an allen Orten weltweit durchsetzen werden, ist aus heutiger Sicht noch nicht abzusehen.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Gruppierungen, die auf der Grundlage unterschiedlichster Strömungen agieren, deren Aufnahme in diese Basisinformation den Rahmen gesprengt hätte. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an eine der im Anhang angeführten Informations- und Beratungsstellen.

Auswirkungen und Konsequenzen

Mögliche Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft

Auf Basis des bisher Festgehaltenen kann es sich je nach Gruppe, inhaltlicher Ausrichtung oder Intensität der Bindung ergeben, dass Konflikte für den Einzelnen wie für die gesamte Gesellschaft auftreten können. Der folgende Überblick fasst daher mögliche Konfliktpotentiale zusammen, die im Falle der Anwendung der im zweiten Abschnitt beschriebenen Methoden auftreten können – aber natürlich nicht in jedem Fall auftreten müssen:

Mögliche Konflikte für den Einzelnen

Mögliche Konflikte mit der Gesellschaft

Selbstverständlich sind nicht alle Probleme bei allen Mitgliedern jeder »Sekte« anzutreffen; entscheidend ist, ob und welche der im zweiten Abschnitt beschriebenen Methoden zur Anwendung gekommen sind. Doch schon die Existenz einiger dieser Faktoren kann das Leben eines Menschen und sein soziales Umfeld nachhaltig beeinträchtigen oder schädigen.

Spezialfall Jugendliche

Vorweg muss betont werden, dass Jugendliche nicht die Zielgruppe der meisten »Sekten« sind. Sind aber Jugendliche vom Thema »Sekten« betroffen, erlangt dieses eine besondere Dimension. Die Einfluss- und Veränderungsmöglichkeiten durch derartige Organisationen sind bei Heranwachsenden potentiell größer als bei Erwachsenen, die über eine mehr oder minder gefestigte Lebenseinstellung verfügen. Die Konsequenzen einer Mitgliedschaft können daher umso gravierender sein. Jugendliche sind nach den Befunden der Jugendpsychologie nicht nur in Bezug auf ihre Körperlichkeit verunsichert, sondern auch hinsichtlich ihrer intellektuellen Verfassung. Dem Extrem-Gefühl, überhaupt nichts leisten zu können, steht oft das Extrem eines übersteigerten Selbstwertgefühls gegenüber. Eine Verfassung, die mit der umgangssprachlichen Formulierung »Himmel-hoch-jauchzend- zu-Tode-betrübt« treffend bezeichnet werden kann. Im sozialen Bereich, so die Jugendpsychologen, bestehen bei Jugendlichen Unsicherheiten über moralische Urteilsfähigkeit, bei der Fähigkeit sinn- und planvoll vorausdenken zu können und bei der Abschätzung von Tragweiten von Handlungen. Kritische Distanz gegenüber neuen Ideen und Ideologien kann bei Heranwachsenden nicht immer erwartet werden.


Welche Probleme »gelöst« werden

Auf der Suche nach der eigenen Persönlichkeit sind Jugendliche bestrebt, Vorbilder und Leitbilder auszusuchen, sich aber auch für Ideale und Ideologien zu begeistern.

Zum Heranwachsen gehören freilich auch persönliche Krisen, die durch Konflikte mit Autoritäten (z.B. Eltern), der eigenen Identität oder einer Partnerschaft ausgelöst werden können.

Eine spürbare innere Gespanntheit, das Erfahren von Hilflosigkeit und Unfähigkeit und das Erleben von Bedrohung und Gefahr durch außen sind die Folge. In einer derartigen Lebenssituation besteht damit bei Jugendlichen eine »Verletzlichkeit«, die von »Sekten« und ähnlichen Organisationen ausgenutzt werden kann. Die gewünschte Eigenständigkeit wird vermeintlich ermöglicht, die Ablösung von den Eltern gefördert und das Selbstwertgefühl scheinbar verstärkt: Statt der eigenen Familie erhält der Betreffende eine »Pseudo-Familie«. Die Isolation von der vertrauten Umgebung suggeriert Eigenständigkeit, und die vermeintliche Identitätsfindung über die neue Weltanschauung lässt das Gefühl entstehen, »es endlich geschafft zu haben«.Dies kann freilich durch bestimmte Faktoren noch »abgerundet« werden, wie etwa das Betrauen mit »verantwortungsvollen« Aufgaben oder Positionen. Auch bestimmte Rituale, die die Intimität betreffen, wie etwa extreme Keuschheitsregeln oder das totale Ausleben von Sexualität, können ein für den Jugendlichen in dieser Lebensphase anziehendes Angebot darstellen

Erst im Lauf der Zeit kann den Angeworbenen bewusst werden, dass sie sich in einem Maß ausgeliefert haben, das in dieser Intensität vielleicht gar nicht gewollt war. Oft sind sie aber nicht mehr dazu in der Lage, sich selbst aus dieser Situation zu befreien.

Welche Jugendlichen besonders gefährdet sind

Besonders gefährdet sind nach den Erkenntnissen der Jugendpsychologie folgende Jugendliche:
• Jugendliche, die Autoritätskonflikte, Arbeitsplatz- und Schulprobleme oder Partnerschaftsprobleme haben;
• Jugendliche, die unter Ängsten, Zwängen, Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen leiden;
• Jugendliche, die von Persönlichkeitsentwicklungsstörungen betroffen sind, die sich unter den Begriffen der Luxus- und Mangelverwahrlosung, der Exzentrik und der Experimentierfreudigkeit des Jugendlichen zusammenfassen lassen.

Warum Anerkennung das Wichtigste ist

Aus Sicht der Psychotherapie müssen daher vertrauensgebende Maßnahmen getroffen werden, um Betroffenen zu helfen, die sich von einer Abhängigkeit zu einer »Sekte« wieder befreien wollen. Für die betroffenen Jugendlichen ist das Erlebnis des Angenommen-Werdens am wichtigsten. Vorwürfe und Kritik sind hingegen fehl am Platz. Wenn sich der Jugendliche über die Realität seiner Abhängigkeit bzw. seiner Situation im Klaren sein soll, sind Schutz und Stützung entscheidend – und nicht persönliche Schuldzuweisungen. Vor allem ein eigenes »Ich« und ein »Wir-Erlebnis« in einer neuen sozialen Gemeinschaft muss aufgebaut werden, um ein Gemeinschaftsgefühl außerhalb der Organisation zu ermöglichen.

Die betroffenen Jugendlichen müssen zu einem neuen Lebenstil, zur Befreiung aus ihrer Abhängigkeit und zu neuer Gemeinschaft ermutigt werden.

Das stellt nicht nur Anforderungen an professionelle Psychologen, sondern auch an Eltern und Bezugspersonen: Es geht nicht darum, Jugendliche vor bestimmten ideologischen Richtungen zu bewahren, sondern sie so zu erziehen, dass sie Ideen und Ideologien selbst hinterfragen können. Das ist langfristig der beste Schutz gegenüber manipulativen Einflüssen.
 

Was tun?

Was bei der Beurteilung einer Gruppe wichtig ist

Was tun, wenn man mit einer Gruppe in Kontakt tritt, sich aber bei ihrer Beurteilung unsicher ist? In diesem Fall sollten Sie sorgfältig überprüfen, was es mit dieser Gruppierung auf sich hat, bevor Sie eine Mitgliedschaft anstreben. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei: Wichtig: Natürlich werden nicht alle diese Kriterien auf eine Gruppe zutreffen. Vorsicht ist schon dann geboten, wenn einige dieser Fragen bejaht werden müssen.

Was tun, wenn andere betroffen sind?

Falls sich in Ihrer persönlichen Umgebung eine Person offenkundig im Einfluss-bereich einer »Sekte« befindet, sollten Sie rasch und überlegt handeln. Welche rechtlichen Möglichkeiten Ihnen dabei offenstehen, lesen Sie im nächsten Abschnitt. Äußerst entscheidend ist jedoch auch, wie Sie sich im persönlichen Kontakt mit der jeweiligen betroffenen Person (Ihrem Kind, Ihrem Partner, einem Verwandten, Freund etc.) verhalten. Beachten Sie dabei folgende Ratschläge:

Was Interessenten zu empfehlen ist

Mit welchen Instrumenten der Staat schützt

In unserem Rechtsstaat stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um den Bürgern Schutz vor Gefahren für Freiheit und Vermögen zu bieten, die von »Sekten« oder bedenklichen Kulten ausgehen können:

SCHUTZ DURCH STRAFRECHT

Gegen Delikte wie Betrug, Täuschung bei Vertragsabschlüssen, oder – in Extremfällen – Freiheitsberaubung oder Nötigung kann mit den Mitteln des Strafrechts vorgegangen werden. Schwierigkeiten können jedoch dadurch auftreten, dass die Geschädigten nicht mehr willens oder durch bestehenden Psychodruck nicht in der Lage sind, als Parteien oder Zeugen vor Gericht auszusagen.
Ein weiteres Problem ist der Umstand, dass Straftaten immer nur von einzelnen Menschen gesetzt werden können. Eine Anklageerhebung gegen eine ganze Gruppe oder einen Verein ist dagegen ausgeschlossen. Viele mögliche Täter sind aber lediglich »kleine Fische«, die selbst unter psychischem oder wirtschaftlichem Druck stehen. An die »Hintermänner« der großen, international tätigen »Sektenkonzerne« heranzukommen, ist daher meist unmöglich.

SCHUTZ DURCH ZIVILRECHT

Wirtschaftliche Nachteile, die durch derartige Gruppen verursacht wurden, können auf dem Weg des Zivilrechts ausgeglichen werden. Beispiele dafür sind die Rückforderung unangemessen teurer Kursgebühren oder »Behandlungs- kosten«. Dabei spielt natürlich die Beweisbarkeit eine Rolle: Wenn Geld ohne Belege fließt, ist auch die Rückforderung entsprechend schwer.

Regelmäßig tauchen auch arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Probleme auf, wenn Mitglieder einer derartigen Gruppierung ihren Beruf aufgeben, um in und für die Gruppe zu arbeiten. Besteht für die geleistete Arbeit ein Anspruch auf Entlohnung? Sind die Mitarbeiter sozialversichert? Besteht ein arbeitsrechtlicher Schutz?

Auch in diesem Bereich profitieren »Sekten«, die die Arbeitskraft ihrer Mitglieder ausnützen, von der Scheu der Mitglieder, ihre Ansprüche mit Nachdruck zu vertreten. Während man »dabei« ist, überwiegt die Begeisterung das Schutzbedürfnis; wer »ausgestiegen« ist, hat oft den Wunsch, nichts mehr mit der Gruppe zu tun zu haben – oder er hat ganz einfach Angst vor Repressalien.

SCHUTZ DURCH FAMILIEN- UND PFLEGSCHAFTSRECHT

Immer öfter haben Familienrichter über Scheidungsklagen und über Obsorge und Besuchsrechte zu entscheiden, bei denen die Zugehörigkeit eines Ehepartners zu einer »Sekte« thematisiert wird. Eine solche Zugehörigkeit stellt für sich allein gesehen nach der herrschenden Rechtsprechung weder einen Scheidungsgrund noch einen Grund, dem Elternteil das Obsorgerecht für ein Kind zu versagen, dar. Zu prüfen ist immer, ob durch diese Zugehörigkeit und insbesondere die dabei ausgeübten Praktiken und Methoden eine bewusste Entfremdung und damit Zerrüttung der Ehe im Scheidungsfall herbeigeführt wird, oder ob dadurch das Wohl des Kindes gefährdet wird. Bei allen pflegschaftsgerichtlichen Massnahmen, also insbesondere bei der Zuteilung und Entziehung von Obsorge- und Besuchsrechten, hat nach der Gesetzeslage stets das Wohl des Kindes im Mittelpunkt zu stehen. Würde also etwa ein in seinem Lebensumfeld und in einen Freundeskreis integriertes Kind durch die Zugehörigkeit eines (geschiedenen) Elternteils zu einer »Sekte« aus diesem Lebensumfeld herausgerissen und in eine seinem Alter und seiner Entwicklung nicht adäquate, allenfalls auch kulturell fremde, Gesellschaft gebracht werden, so lägen darin sehr starke Argumente, die Obsorge für dieses Kind dem anderen Elternteil, der die harmonische Weiterentwicklung im normalen Lebensumfeld sicherstellt, zu übertragen, sofern auch die persönliche Beziehung zu diesem Elternteil entsprechend intakt ist.

SCHUTZ DURCH INFORMATION UND BERATUNG

Wirksamer Schutz setzt natürlich Information über bedenkliche Gruppen voraus. Mit jedem Bericht, den ein Betroffener oder Angehöriger an Beratungsstellen weiterleitet (Adressen im Anhang), wird das Wissen über die aktuellen Praktiken konfliktträchtiger Organisationen genauer. Dies ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Unterstützung anderer. Beratungsstellen informieren zudem, welche Rechtswege bereits erfolgreich und welche vergeblich beschritten worden sind.

Was tun nach dem Ausstieg?

Wer sich von einer »Sekte« getrennt hat, für den hören die Probleme vorerst nicht auf. Seine seelische Situation ist äußerst schwierig. Denn je stärker man sich mit der jeweiligen Organisation identifiziert hat, desto größere Probleme hat man, sich in Gesellschaft und Familie wieder zurechtzufinden. Psychologen halten folgende Schwierigkeiten fest, die die Zeit nach dem Ausstieg aus einer Gruppierung kennzeichnen können: Nur in jenen Fällen, in denen die Trennung von der Gruppe in gütlichem Einvernehmen erfolgte, sind die Probleme weniger massiv. Bewährt haben sich bei ehemaligen Mitgliedern einer derartigen Gruppierung folgende Therapie-Schritte:

Regeneration: In einem ersten Schritt müssen die Betroffenen die Möglichkeit haben, wieder zu sich selbst zu finden – ohne Belastungen. Erholung und Ruhe stehen am Programm. Die Familie bzw. die Bezugspersonen müssen darauf vorbereitet sein, dass die Betroffenen in dieser Zeit oft schwierig, verschlossen oder auch aggressiv sind. Sie dürfen keinesfalls mit ihren Ängsten und Schuldgefühlen alleine gelassen werden. Zuhören ist notwendig, eine Unterstützung durch einen Familientherapeuten vorteilhaft.

Rekonstruktion des eigenen Weges: Wichtig ist, dass es für die Betroffenen die Möglichkeit gibt, ihren Weg in die Organisation mit einem erfahrenen Berater durchzusprechen. Damit gelingt es meist leichter, die Vergangenheit zu akzeptieren und die Bewältigung zu ermöglichen.

Durcharbeiten: Vor dem Hintergrund der Kenntnis der betreffenden Gruppierung müssen in der Folge die traumatisierenden Erlebnisse während der Gruppenzugehörigkeit durchbesprochen werden. Typisch für diese Phase ist das Auftreten von scheinbaren Rückfällen. Das Gefühl der Befreiung kann bald Schuldgefühlen weichen, wobei sich der Betroffene wieder nach der Gruppe sehnt. Dabei ist gezielte Unterstützung notwendig. Der Betroffene muss auf die Möglichkeit derartiger Rückfälle vorbereitet werden. Je weiter die seelische Genesung fortgeschritten ist, desto länger werden die Pausen zwischen den Rückfällen. Jeder erfolgreich durchgearbeitete Rückfall verbessert die Stabilität des durch die Therapie neu gewonnenen seelischen Gleichgewichts.

Konsolidierung: Wenn die erste, krisenhafte Zeit nach der Ablösung von der Organisation erfolgreich bewältigt ist, kann mit dem Betroffenen am Aufbau einer neuen beruflichen Identität und am Aufbau persönlicher Beziehungen gearbeitet werden. Das ist natürlich deshalb von Bedeutung, weil diese Bereiche in der Zeit der Zugehörigkeit zur Gruppe keine Rolle mehr gespielt haben. Gezielte sozialtherapeutische Hilfe und die Unterstützung der Familie sind dabei wichtig. Ein Abschluss der Therapie ist dann gegeben, wenn es gelungen ist, einen neuen Freundeskreis aufzubauen, eine befriedigende berufliche Situation zu schaffen und für das eigene Leben das zu finden, wonach man in der Gruppe vergeblich gesucht hatte: nach einem selbstbestimmten und eigenverantworteten Lebenssinn.

Anhang 1: Weiterführende Literatur


Folgende Bücher, Broschüren und Zeitschriften bieten Informationen zum Thema »Sekten« und Weltanschauungsgruppen. Bei der Auswahl wurden nur Publikationen berücksichtigt, die deutschsprachig sind, nach 1990 veröffentlicht wurden und im Fachbuchhandel noch erhältlich sind (Stand: August 1999). Nicht aufgenommen wurden Veröffentlichungen von staatlichen oder anderen Institutionen, die nicht im Fachbuchhandel erhältlich und daher unter Umständen schwer zugänglich sind.

In diesem Rahmen werden

vorgestellt.

Hinweise auf weiterführende und vertiefende Literatur, Monographien über einzelne Gruppierungen, Erfahrungsberichte Betroffener u.ä. finden sich in den meisten angeführten Veröffentlichungen. Auch können Informations- und Beratungseinrichtungen für Sekten- und Weltanschauungsfragen häufig Auskunft über Literatur zu speziellen Thematiken geben.
 

Lexika, Handbücher und Nachschlagewerke

EGGENBERGER, Oswald (1994): Die Kirchen, Sondergruppen und religiösen Vereinigungen. Ein Handbuch. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Zürich: Theologischer Verlag, 360 Seiten. ISBN 3-290-11639-5

GASPER, Hans; MÜLLER, Joachim & VALENTIN, Friederike (Hrsg.) (1997): Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen. Fakten, Hintergründe, Klärungen. 5., durchgesehene und überarbeitete Auflage. Reihe: Herder Spektrum, Band 4271. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien: Herder, 672 Seiten. ISBN 3-451- 04271-1

HAACK, Friedrich Wilhelm (1990): Findungshilfe Religion 2000. Apologetisches Lexikon. Aktivitäten, Ereignisse, Firmen, Gruppen, Institutionen, Orden und Personen im Zusammenhang mit religiösen und weltanschaulichen Bewegungen – ein fragmentarischer Überblick. Reihe: Material-Edition 28. München: Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen (ARW), 286 Seiten. ISBN 3-921513-91-X

RELLER, Horst; KIESSIG, Manfred & TSCHOERNER, Helmut (Hrsg.) (1993): Handbuch religiöse Gemeinschaften. Freikirchen, Sondergemeinschaften, Sekten, Weltanschauungen, missionierende Religionen des Ostens, Neureligionen, Psycho-Organisationen. Für den VELKD-Arbeitskreis Religiöse Gemeinschaften im Auftrag des Lutherischen Kirchenamtes. 4., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 999 Seiten. ISBN 3-579-03585-1
 

Einführende Werke und Übersichten

BANNACH, Klaus & ROMMEL, Kurt (Hrsg.) (1992): Religiöse Strömungen unserer Zeit. Eine Einführung und Orientierung. 4. Auflage. Stuttgart: Quell, 202 Seiten. ISBN 3-7918-2328-0

BAUHOFER, Stefan; BOLLE, Pierre-Henri & DITTMANN, Volker (Hrsg.) (1996): Sekten und Okkultismus. Kriminologische Aspekte. 1. Auflage. Reihe: Reihe Kriminologie, Band 14. Schweizerische Arbeitsgruppe für Kriminologie. Zürich: Rüegger, 379 Seiten. ISBN 3-7253-0545-5

BIENEMANN, Georg (1997): Gefahren auf dem Psychomarkt. Was bedeutet Prävention? Eine Klärungshilfe nicht nur für Pädagogen. 1. Auflage. Münster: Votum, 158 Seiten. ISBN 3-930405-57-1

CAMMANS, Heide-Marie (1998): Sekten. Die neuen Heilsbringer.Ein Handbuch. 1. Auflage. Augsburg: Patmos, 400 Seiten. ISBN 3-491-72385-X

CARLHOFF, Hans-Werner & WITTEMANN, Peter (Hrsg.) (1994): Neue Wege zum Glück? Psychokulte – Neue Heilslehren – Jugendsekten. Aktion Jugendschutz (AJS), Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg, Stuttgart. Jahrestagungsband der Aktion Jugendschutz Baden- Württemberg, 1991. 235 Seiten. ISBN 3-923970-18-8

DEUTSCHER BUNDESTAG, REFERAT ÖFFENTLICHKEITSARBEIT (Hrsg.) (1998): Abschlussbericht der Enquete-Kommission »Sogenannte Sekten und Psychogruppen«: Neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in der Bundesrepublik Deutschland. 1. Auflage. Bonn: Eigenverlag, 494 Seiten. ISBN 3-930343-43-3

DÜRHOLT, Bernd & KROLL, Ilse (Hrsg.) (1997): Streifzug durch den religiösen Supermarkt. Weltanschauungsgemeinschaften, Neuoffenbarungsbewegungen, Gurubewegungen, Psychogruppen, Sekten. Im Auftrag der Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V., herausgegeben von Bernd Dürholt und Ilse Kroll. 4. Auflage. Reihe: junge münchener reihe. München: Evangelischer Presseverband für Bayern, 80 Seiten. ISBN 3-583-50504-2

EGGENBERGER, Oswald (1996): Sektenkompass. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage der »Kleinen Sektenkunde«. Zürich: Verlag junge kirche – zwinglibund, 96 Seiten. ISBN 3-906570-05-3

EIMUTH, Kurt-Helmuth (1997): Die Sekten-Kinder. 2. Auflage. Reihe: Herder Spektrum, Band 4539. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien: Herder, 239 Seiten. ISBN 3-451-04539-7

EIMUTH, Kurt-Helmuth (1998): Sekten-Ratgeber. Informationen und Ratschläge für Betroffene. 2. Auflage. Reihe: Herder Spektrum, Band 4549. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien: Herder, 189 Seiten. ISBN 3-451-04549-4

GASPER, Hans & VALENTIN, Friederike (Hrsg.) (1997): Endzeitfieber. Apokalyptiker, Untergangspropheten, Endzeitsekten. 1. Auflage. Reihe: Herder Spektrum, Band 4552. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien: Herder, 256 Seiten. ISBN 3-451-04522-2

GEHL, Günter; NEUSIUS, Hans & SIBER, Norbert (Hrsg.) (1994): Zwischen Psyche und Chaos. Einfluß von Psychokulten auf Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche. Im Auftrag der Katholischen Akademie Trier, des Referates für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Bischöflichen Generalvikariat und der Aktion Jugendschutz, Katholische Landesarbeitsstelle Rheinland-Pfalz. Mit Beiträgen von Hans Neusius, Harald Baer, Hans Gasper & Gunther Klosinski. 1. Auflage. Reihe: Soziale Dienste, Band 4. Saarbrücken: Dadder, 108 Seiten. ISBN 3-926406-81-X
 

Zeitschriften

Berliner Dialog. Informationen und Standpunkte zur religiösen Begegnung. Herausgeber: Pfarrer Thomas Gandow, Vorsitzender des Dialog Zentrum Berlin & Professor Dr. Johannes Aagaard, Präsident des Dialog Center International. Berlin: Wichern-Verlag.
ISSN 0948-0390. Erscheinungsweise: viermal jährlich.

EZW-Texte. Herausgeber: Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin. Stuttgart: Verlag und Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart. Erscheinungsweise: ca. sechsmal jährlich.

Informationsblatt. Herausgeber: Evangelische Informationsstelle »Kirchen-Sekten-Religionen«, in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Arbeitsgruppe »Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz«. Greifensee: Eigenverlag. Erscheinungsweise: viermal jährlich.

KSA Informationsdienst Sekten- und Weltanschauungsfragen. Herausgeber: Katholische Sozialethische Arbeitsstelle. Hamm: Hoheneck-Verlag.
ISSN 1434-92644. Erscheinungsweise: viermal jährlich.

Materialdienst der EZW. Herausgeber: Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin. Stuttgart: Verlag und Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart.
ISSN 0721-2402 E 12320. Erscheinungsweise: zwölfmal jährlich.

Skeptiker. Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken. Herausgeber: Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Germering: Zuckschwerdt Verlag für Medizin und Naturwissenschaften.
ISSN 0936-9244. Erscheinungsweise: viermal jährlich.

Werkmappe »Sekten, religiöse Sondergemeinschaften, Weltanschauungen«. Herausgeber: Referat für Weltanschauungsfragen der Erzdiözese Wien. Wien: Eigenverlag. Erscheinungsweise: mehrmals jährlich.
 

Anhang 2: Beratung und Information

(Anstelle des Inhaltes der Broschüre verweise ich auf diesen (aktuelleren) link: Sekten-Beratungsstellen in Österreich)